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Glossar rund um Moped & Motorrad

Alle wichtigen Begriffe zum Thema Simson & MZ alphabetisch aufbereitet

Inhalt

Wir möchten Dir hier einen Überblick über alle wichtigen Begrifflichkeiten im Zusammenhang mit Mopeds und Motorrädern aufzeigen. Diese Übersicht wird fortlaufend ergänzt und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.



ABE

ABE - Die Allgemeine Betriebserlaubnis

Die Allgemeine Betriebserlaubnis wird für Serienfahrzeuge vom Kraftfahrt - Bundesamt (KBA) erteilt, wenn das Fahrzeug den aktuellen technischen Bestimmungen der Straßenverkehrs Zulassungsordnung (StVZO) entspricht. Die allgemeine Betriebserlaubnis ist nationales Recht und gilt nur in Deutschland. Nach und nach wird sie von europäischen Typengenehmigungen (ETG) abgelöst.
Die Betriebserlaubnis erlischt, wenn am Fahrzeug technische Veränderungen vorgenommen werden, außer es werden Teile verwendet, die eine eigene Betriebserlaubnis oder ETG haben und von einem zugelassenen Sachverständigen einer Prüforganisation der korrekte Einbau geprüft wurde. Das Ergebnis der Prüfung muss in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden.

Wer ein Fahrzeug mit erloschener Betriebserlaubnis im öffentlichen Straßenverkehr bewegt, der begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldstrafe und Punkten in Flensburg geahndet wird. Außerdem erlischt mit der Betriebserlaubnis auch der Versicherungsschutz.


Auspuff

Auspuff

Auspuff ist die Bezeichnung für die Abgasanlage eines in einem Kraftfahrzeug verbauten Verbrennungsmotors. Neben der Ableitung der Abgase erfüllt der Auspuff noch eine weitere wesentliche Funktion – er dämpft die bei der Verbrennung entstehenden Druckstöße und vermindert dadurch die Lärmemission des Zweirads.
Bei der Pflege und Wartung von Auspuffanlagen für Zweiräder ist insbesondere auf einen festen Sitz des Auspuffs sowie der an ihm befestigten Bauteile (insbesondere des Hitzeschutzes) zu achten. Wegen ihrer exponierten Lage können die Auspuffanlagen von Zweirädern leichter beschädigt werden als die anderer Kraftfahrzeuge. Zudem sind Zweiradauspuffe – auch für Simson und MZ – oft verchromt. Chrom ist ein witterungsanfälliger Werkstoff, so dass verchromte Bauteile beim Dauerbetrieb des Zweirads leichter Schaden nehmen können als unverchromte Teile, vor allem durch den Kontakt mit Streusalz im Winter. Um Korrosion zu vermeiden, sollten verchromte Zweiradauspuffe daher regelmäßig mit speziellen Chrom-Pflegemitteln gereinigt werden.


Batterie

Batterie

Die Batterie spielt bei den meisten Modellen von Simson und MZ eine eher untergeordnete Rolle. Da alle Modelle mit Kickstarter ausgerüstet sind, muss sie lediglich für die kurze Zeit zwischen dem Einschalten der Zündung und dem Motorstart, die Versorgung der entsprechenden Verbraucher gewährleisten. Ab Motorstart übernimmt die Lichtmaschine, oder die Ladespule diese Funktion. Erst wenn alle Verbraucher gleichzeitig zugeschaltet werden, wird die Batterie wieder belastet, da die Leistung der Lichtmaschine / Ladespule dann zum Teil nicht mehr ausreicht. Die Batterie puffert dann die Lastspitzen ab. Nahezu alle Modelle aus der DDR Produktion, lassen sich auch ohne Batterie zumindest fahren. Die Simson Moppeds und auch die AWO´s, lassen sich sogar antreten. Bei den MZ´s muss ohne Batterie angeschoben werden. Dafür ist am Zündschloss sogar eine extra Schalterstellung vorgesehen. In der DDR wurden generell Blei-Säure Akkus verwendet. Blei war, und ist, ein teurer Rohstoff. Mit den Simson Modellen S 50 N und S 51 N haben die Tüftler gezeigt, dass ein Moped durchaus auch ohne Batterie laufen kann. Lediglich zur Unterstützung der Hupe, war eine Trockenbatterie verbaut.


BenzinschlauchBenzinschlauch

auch: Kraftstoffschlauch

Der Benzinschlauch verbindet bei motorisierten Zweirädern Benzintank und Vergaser. Sowohl am Benzintank (genauer am Benzinhahn) als auch am Vergaser befinden sich Schlauchstutzen, an denen der Benzinschlauch angeschlossen werden kann. Der – je nach Fahrzeugtyp unterschiedliche – äußere Duchmesser der Schlauchstutzen ist maßgeblich dafür, wie groß der innere Durchmesser des Benzinschlauches sein darf. Benzinschläuche für motorisierte Zweiräder werden aus unterschiedlichen Kunststoffen hergestellt. Damit der Motor nicht "stottert", ist ein einwandfreier Benzischlauch unerlässlich. Um Kleinstpartikel aus dem Benzin herauszufiltern, bevor diese den Motor erreichen können, befindet sich am Benzinhahn (also am Ausgang des Benzintanks) bei den meisten Simson Mopeds und MZ Motorrädern ein integrierter Benzinfilter. Zusätzlich können weitere Filter in den Benzinschlauch eingesetzt werden. Allerdings ist darauf zu achten, dass bei einigen Modellen (z. B. der Simson Schwalbe) das Gefälle zwischen Benzintank und Vergaser sehr gering ist, so dass der Einbau zusätzlicher Filter den Benzinfluss erschweren kann.
In regelmäßigen Abständen sollte der Benzinschlauch von Simson Mopeds und MZ Motorrädern auf Dichtheit und auf festen Anschluss an den Schlauchstutzen überprüft werden.


BlinkgeberBlinkgeber

Der Blinkgeber ist für das automatische Aus- und Einschalten der Lampen zuständig. Am häufigsten kommen jene Bestandteile im Fahrtrichtungsanzeiger zum Schalten von Blinkleuchten zur Anwendung. Sollte es beim Blinkgeber zu Defekten kommen, ist ein Austausch des Ersatzteils von Nöten - beim Simson MZ erfolgt der Verbau im Blinkerrelais im Motorraum des Fahrzeugs.
Beim Austausch des Blinkgebers ist die Zahl der Anschlüsse zu berücksichtigen - mittlerweile sind Blinkgeber sowohl mit zwei als auch mit drei Anschlüssen erhältlich. Ebenso sollte darauf geachtet werden, ob die Ersatzteile mit LED oder herkömmlichen Birnen kompatibel sind.

Blinkgeber gibt es als 6V und 12V Variante. Die 6V Blinkgeber sind für die Modelle Schwalbe, Sperber und Habicht geeignet, während Sie bei der Simson S51und S70 sowie MZ ETZ 125 bis 250 lieber zu einem 12 Volt-Blinkgeber greifen sollten. Einen hochwertigen Blinkgeber erkennt man zudem daran, dass dieser mit Moosgummi ausgestattet ist. Dieser dient als Puffer und sorgt für Stabilität.


BlinkleuchtenträgerBlinkleuchtenträger

Ein Blinkleuchtenträger bzw. -halter dient als Motorrad-Zubehörteil der Befestigung der Blinkleuchten am vorderen und hinteren Teil des Motorrades. Diese sind für runde oder eckige Blinker erhältlich. Die vorderen Blinkleuchten werden mit den entsprechenden Blinkleuchtenträgern an den Telegabelholmen jeweils an der rechten und linken Seite montiert. Die hinteren Blinkleuchten werden am Schutzblech bwz. an der Sitzbankverschraubung mit der passenden Verschraubung angebracht. Durchmesser der meist verzinkten oder verchromten Blinkleuchtenträger liegt zwischen 10 - 15 mm. Bei verchromten Zubehörteilen ist eine regelmäßige Pflege mit speziellen Pflegemittel für Chrom zu beachten. Insbesondere im Winter können ohne ausreichende Pflege Schäden (Rost) durch Streusalz oder Salzlauge an diesen Zubehörteilen entstehen.


BordwerkzeugBordwerkzeug

Das Bordwerkzeug war bei Simson und MZ, nicht wie heute, nur wirkliches Notfallwerkzeug, sondern war sinnvoll und durchdacht zusammengestellt. Es gab kein breites Netz von Werkstätten und auch keinen ADAC. Kleinere Reparaturen wurden vom geborenen DDR - Bürger selbst ausgeführt. Das betraf nicht nur einen simplen Austausch der Zündkerze, auch einen Bowdenzug oder eine Glühlampe konnte man ohne zusätzliches Spezialwerkzeug wechseln. Selbst der Ausbau des Vergasers zu Reinigungszwecken oder die Demontage eines Rades und flicken des Schlauches war mit dem Bordwerkzeug am Straßenrand möglich. Das Bordwerkzeug war entweder unter dem linken Seitendeckel neben der Batterie oder unter der klappbaren Sitzbank untergebracht. In dem Werkzeugwickel befinden sich: zwei Montierhebel, Doppelmaulschlüssel (8 und 9 mm, 10 und 13 mm, 12 und 14 mm, 17 und 19 mm), Zündkerzensteckschlüssel, Steckschlüssel 10 und 13 mm, Hakenschlüssel für den Krümmer, Schlitzschraubendreher klein und groß, Kombizange, Fühllehre und eine Ersatzkerze. Je nach Typ variierten die Anzahl und die Größe der Doppelmaulschlüssel. Auch die Kombizange war nicht bei jedem Modell dabei.


BremsflüssigkeitBremsflüssigkeit

Bremsflüssigkeit dient in hydraulischen Bremsanlagen zur Übertragung der Kraft vom Bremszylinder zu den Bremsklötzen. In der Regel basiert diese Flüssigkeit auf Glykol. Glykol ist hydroskopisch. Das bedeutet, Glycol ist wasserbindend. Auch im geschlossenen Bremssystem reichert sich die Bremsflüssigkeit nach und nach mit immer mehr Wasser an und wird damit zunehmend gefährlich für den Moppedfahrer. Ab einem gewissen Wasseranteil in der Bremsflüssigkeit wird es vorkommen, dass besonders bei harten Bremsmanövern die Temperatur der Bremsklötze hoch genug ist, um den Wasseranteil verdunsten zu lassen. Es entstehen Blasen aus Wasserdampf, einem Gas. Gase lassen sich, im Gegensatz zu Flüssigkeiten, sehr leicht Komprimieren. Der Druck, der eigentlich auf die Bremsklötze wirken soll, verliert sich im komprimierten Wasserdampf. Die Bremsanlage verliert deutlich an Kraft und wird im schlimmsten Fall wirkungslos. Experten empfehlen daher, die Bremsflüssigkeit jährlich, mindestens jedoch, alle zwei Jahre zu erneuern.

ACHTUNG:
Sämtliche Arbeiten an der Bremsanlage sollten nur von Leuten vorgenommen werden, die über das nötige Fachwissen und entsprechende Werkzeuge verfügen! Im Zweifelsfall sollte man sich, wenigstens bei den Bremsen, an die Fachwerkstatt seines Vertrauens wenden


BremshebelBremshebel

Bremshebel sind Vorrichtungen, mit denen die Bremsen von Kraftfahrzeugen – und damit auch von motorisierten Zweirädern – betätigt werden. Unterschieden wird bei Bremshebeln zwischen den Handbremshebeln und den auch Pedal genannten Fußbremshebeln. Bei motorisierten Zweirädern befinden sich sowohl Hand- als auch Fußbremshebel zumeist auf der rechten Fahrzeugseite – der Handbremshebel am Lenker, der Fußbremshebel in Tritthöhe.
Die Übertragung der (Zug-)Kraft vom Bremshebel zur Bremse erfolgt entweder mechanisch oder hydraulisch. Mechanisch wird die Kraft über ein Drahtseil übertragen, das von einer flexiblen, aber druckfesten Hülle (dem sogenannten Bowdenzug) ummantelt wird. Hydraulische Bremsen besitzen zwei Bremszylinder – den Geberzylinder am Bremshebel und den Nehmerzylinder an der Bremse. Sie sind mit einer Druckleitung miteinander verbunden. Wird der Bremshebel betätigt, baut sich im Geberzylinder Druck auf, der über die Druckleitung an den Nehmerzylinder übertragen wird.
Simson Mopeds und MZ Motorräder sind – je nach Modell – mit mechanischen oder hydraulischen Bremsen ausgestattet. Bremshebel sollten regelmäßig gepflegt und gewartet werden, wobei insbesondere bei mechanischen Bremsen zu beachten ist, dass das Drahtseil bei längerem Gebrauch verschleißt, was sich dadurch bemerkbar macht, dass der Bremshebel bereits bei leichtem Druck stark nachgibt.


Set BremslichtkontaktBremslichtkontakt

Als Bremslichtkontakte werden bei Zweirädern diejenigen Bauteile der Bremsanlage bezeichnet, über die eine Verbindung zum Bremslicht hergestellt wird. Sie bewirken, dass das Bremslicht aufleuchtet, wenn der Bremsvorgang beginnt – und umgekehrt erlischt, sobald er endet. Bei Simson Mopeds und MZ Motorrädern befinden sich die Bremslichtkontakte an der Bremslichtkontaktschraube. An ihr sind zum einen die Kontaktzunge und zum anderen der Kerbnagel befestigt. Während die Kontaktzunge dem Anschluss des Kabels an der Nabe dient, ist der Kerbnagel das Gegenstück zur am Bremsnocken befestigten Kontaktfahne. Mit Hilfe des Bremsnockens werden die Bremsbeläge der Scheiben- und Trommelbremsen von Zweirädern bedient und dadurch der Abbremsvorgang eingeleitet bzw. beendet. Wird gebremst, wird der Bremsnocken so verschoben, dass der Bremsbelag auf die Scheibe bzw. Trommel der Bremse gedrückt wird und zugleich die Kontaktfahne den Kerbnagel berührt. Das Bremslicht leuchtet daher auf, sobald der Bremsvorgang beginnt. Wird die Bremse gelöst, wird der Kontakt wieder unterbrochen und das Bremslicht erlischt. Bremslicktkontakte sind vergleichsweise filigrane Zweiradbauteile, die von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden müssen. Leuchtet das Bremslicht beim Bremsen nicht auf, kann ein defekter Bremslichtkontakt zu den möglichen Ursachen gehören.


BremslichtschalterBremslichtschalter

Die Bremslichtschalter eines Zweirads dienen der Betätigung der Bremsleuchten. Diese sind am hinteren Teil des Zweirads befestigt und werden aktiviert, wenn der Zweiradfahrer den Bremshebel der Vorradbremse oder das Bremspedal der Hinterradbremse betätigt, so dass der nachfolgende Verkehr auf den einsetzenden Bremsvorgang hingewiesen wird.

Bei Zweirädern sind generell sowohl die Vorder- als auch die Hinterradbremse mit den Bremsleuchten verbunden und beide mit einem Bremslichtschalter ausgerüstet. Aufgrund des unterschiedlichen Aufbaus der Handbremse (Hebel) und der Fußbremse (Pedal) unterscheiden sich in den meisten Fällen auch die Bremslichtschalter für die Vorder- und die Hinterradbremse in ihrer Konstruktion. Bei einigen Simson Mopeds und MZ Motorrädern sind die Bremslichtschalter jedoch sowohl für die Vorderrad- als auch für die Hinterradbremse geeignet. Neben diesen elektromechanischen Bremslichtschaltern gibt es auch solche Modelle, die durch den Druckaufbau in der Bremsanlage selbst betätigt werden. Bremslichtschalter sollten zusammen mit der Bremsanlage regelmäßig (spätestens alle ca. 5000 Kilometer) gewartet und bei Bedarf ausgetauscht werden.


BremsnockenBremsnocken

Bremsnocken dienen bei Zweirädern der mechanischen Bedienung der Bremsbeläge (der sogenannten Bremsbacken bzw. Bremsklötze) – wodurch der Bremsvorgang des Fahrzeugs beendet oder eingeleitet wird. Zweiräder von Simson und MZ sind entweder mit Scheiben- oder mit Trommelbremsen ausgerüstet. Bei beiden Bremsentypen wird die Bewegungsenergie durch Reibung der Bremsbeläge an der Bremsscheibe bzw. an der Trommel in Wärme umgewandelt und das Zweirad dadurch verlangsamt.
Bremsnocken spielen dabei eine zentrale Rolle in der Auslösung bzw. Beendigung des Bremsvorgangs, da sie derjenige Teil des Bremsgestänges sind, mit denen die Bremsbeläge gespreizt werden. Wegen ihrer Schlüsselfunktion für den Bremsvorgang werden Bremsnocken umgangssprachlich auch als "Bremsschlüssel" bezeichnet. Bei Simson Mopeds und MZ Motorrädern können Bremsnocken für Vorder- und Hinterräder verschieden und mit oder ohne Kontaktfahnen für das Bremslicht ausgestattet sein.

Bremsnocken sollten im Zusammenhang mit der Reinigung der Bremstrommeln und Bremsbeläge alle ca. 2000 Kilometer gewartet werden. Ist der Bremsmechanismus nicht leichtgängig, sollte die Lagerung der Bremsnocken leicht gefettet werden, wobei allerdings darauf zu achten ist, dass kein Fett auf die Bremsbeläge oder in die Bremstrommel gelangt.


BremssattelBremssattel

auch: Bremszange

Beim Bremssattel handelt es sich um ein Bauteil der Scheibenbremse von Kraftfahrzeugen, darunter auch motorisierten Zweirädern wie MZ Motorrädern und Simson Mopeds. Trommelbremsen verfügen dagegen aufgrund ihrer gegenüber Scheibenbremsen anderen Bauart über keinen Bremssattel.
Bei der Scheibenbremse hat der Bremssattel die Aufgabe, die auf beiden Seiten der Bremsschreibe angeordneten Bremsbeläge zuzuspannen und dadurch die Bewegung der Scheibe zu verlangsamen und diese schließlich zum Stillstand zu bringen. Bei hydraulischen Bremsen wird der Bremssattel durch Kolben betätigt, bei mechnischen Bremsen durch Drücken des entsprechenden Hand- oder Fußbremshebels. Der Bremssattel ist an der sogenannten Drehmomentstütze befestigt, die gegenüber der Bremsscheibe feststeht. Bremssättel werden üblicherweise aus Gusseisen gefertigt.
Bremssättel von Simson Mopeds und MZ Motorrädern sind im Rahmen der Wartung der Bremsanlage regelmäßig zu überprüfen. Dabei ist vor allem darauf zu achten, ob beide Bremsbeläge gleichmäßig verschlissen sind, da ein ungleichmäßiger Verschleiß ein Hinweis darauf ist, dass die Bremsbeläge vom Bremssattel unterschiedlich stark zugespannt werden.


DämpfungseinsatzDämpfungseinsatz

Beim Dämpfungseinsatz handelt es sich um ein Bauteil der Auspuffanlagen von Zweirädern. Der Dämpfungseinsatz wird in das Endstück der Auspuffanlage des Mopeds geschoben und dient der Reduzierung der sogenannten Mündungsgeräusche, die beim Austritt der Abgase aus der Auspuffanlage entstehen.
Dämpfungseinsätze für Simson-Mopeds sind in unterschiedlichen Ausführungen entwickelt worden. Neben dem Standardmodell wurde auch ein Doppelrohr-Dämpfungseinsatz hergestellt (der ab Werk etwa im Simson Sperber SR4-3 verbaut wurde) sowie ein spezieller Dämpfungseinsatz für das sogenannte Spitztüten-Endstück. Dieses ist funktionsgleich mit anderen Endstücken, hat aber eine an das Endstück von Zigarren erinnernde Form, läuft also spitz zu. Das Spitztüten-Endstück und mit ihm der entsprechende Dämpfungseinsatz kamen in den Modellen der Simson-Vogelserie zum Einsatz – Simson KR51/1 „Schwalbe“, KR51/2 „Schwalbe“, SR4-2 „Star“, SR4-3 „Sperber“ und der SR4-4 „Habicht“.
Im Rahmen der Pflege und Wartung der Auspuffanlage wird der Dämpfungseinsatz herausgezogen und sollte dabei durch Abbrennen oder Abbürsten vom Ölkohlebelag, der sich bei längerer Nutzung auf ihm festsetzt, befreit werden.


DrehzahlmesserDrehzahlmesser

Der Drehzahlmesser zeigt dem Fahrer die aktuelle Motordrehzahl an. Bei den Luxusmodellen von Simson und MZ war auch ein mechanischer Drehzahlmesser im Angebot.
Ähnlich dem Tacho wurde der Drehzahlmesser mechanisch über eine biegsame Welle angetrieben. Ob bei den gängigen Ostmoppeds ein Drehzahlmesser wirklich von Nöten war, darüber streiten sich die Geister. Unterhalb der effektiven Drehzahlen reagieren die Motoren nicht auf den Gasdrehgriff und oberhalb der Nenndrehzahl reagieren die Motoren mit einem überdurchschnittlichen Geräuschpegel und heftigen Vibrationen. Daran ändert auch ein nervös zappelnder Zeiger nichts.
Für Rennsport- und Tuningfans ist der Drehzahlmesser allerdings wichtiger als der Tacho. Bei Motoren, die im Grenzbereich bewegt werden, ist die genaue Drehzahl eine der wichtigsten Informationen für den Fahrer. Überdrehen bedeutet hohen Verschleiß und im Rennsport oft das endgültige Aus für den Motor.

Heute kann die Motordrehzahl auch elektronisch ermittelt werden. Über einen Abgriff an der Zündspule rechnet ein Mikrocomputer die Zündimpulse in Motorumdrehungen um.


ElbaELBA

Die Abkürzung ELBA steht für „Elektronische Lade- und Blinkanlage“, eine technische Innovation, die ab Mitte der 1980er Jahre in Simson-Mopeds verbaut wurde.
Die ELBA ersetzte die traditionelle Ladeanlage der Simson-Mopeds und ergänzte sie um einen elektronischen Blinkgeber. Eine Besonderheit der ELBA gegenüber den bis dahin verwendeten Batterien ist, dass der Ladestrom in Abhängigkeit vom Ladezustand der Fahrzeugbatterie geregelt wird. Ist die Batterie voll aufgeladen, wird der Ladestrom bei der ELBA automatisch abgeschaltet, so dass die Batterie nicht mehr überladen kann. Die automatische Abschaltung erfolgt dabei über einen sogenannten Thyristor. Dabei handelt es sich um ein elektrotechnisches Bauteil, das sich bei Unterschreiten eines bestimmten Mindestroms (des Haltestroms) auschaltet und dadurch nicht-leitend wird.

Zuerst eingesetzt wurde die ELBA im Jahre 1986 bei der Simson SR50/80, dem Nachfolgemodell der legendären Simson „Schwalbe“. Bei dieser ersten Version handelte es sich noch um eine ELBA mit 6 Volt (V). Ab 1988 wurde in allen neueren Simson-Modellen dann ELBAs mit 12 V verbaut.


ExplosionsdarstellungExplosionszeichnung

auch: Explosionsdarstellung, Sprengzeichnung

Eine Explosionszeichnung ist eine Art der grafischen Darstellung, bei der ein komplexer, aus mehreren Einzelteilen bestehender Gegenstand so wiedergegeben wird, dass die Einzelteile räumlich voneinander getrennt werden – so dass es aussieht, als flögen sie bei einer Explosion auseinander.
Explosionszeichnungen werden bei motorisierten Zweirädern insbesondere für Motoren verwendet. Diese Art der Darstellung hat den Vorteil, dass die Lage der einzelnen Bauteile des Motors zueinander und damit ihre Interaktion veranschaulicht wird. Werden Explosionszeichnungen in Ersatzteilkatalogen eingesetzt, sind die einzelnen Baugruppen und Bauteile oft mit Bestellnummern versehen. Für den Besteller hat dies den Vorteil, dass er ein defektes Teil auch ohne Kenntnis des korrekten Fachbegriffs sofort identifizieren und das passende Ersatzteil bestellen kann. Explosionszeichnungen werden außerdem häufig bei Montageanleitungen verwendet, da mit ihnen die einzelnen Schritte einer Montage beziehungsweise Demontage besonders gut erläutert werden können. Explosionsdarstellungen wurden sowohl von Simson als auch MZ verwendet und finden sich in (historischen) Ersatzteilkatalogen oder können als Wandposter bestellt werden.


FaltenbalgFaltenbalg

Beim Faltenbalg handelt es sich um einen Schlauch aus Kunststoff, Gummi oder Leder, der elastisch ist und wie eine Ziehharmonika gestreckt oder gestaucht werden kann. Er hat die Funktion, Maschinenteile, die sich mechanisch ineinander verschieben (und deshalb in ihrer Gesamtlänge "strecken" oder "stauchen") abzudichten und dadurch vor Fremdeinflüssen und Verschmutzung zu schützen.
Bei motorisierten Zweirädern älteren Baujahrs – und damit auch bei vielen MZ Motorrädern und Simson Mopeds – finden sich Faltenbälge oft an der "Motorradgabel" der so genannten Vorderradaufhängung, wo sie die zwischen dem inneren und äußeren Gabelrohr befindlichen Gabeldichtringe schützen. Bei neueren motorisierten Zweirädern werden Faltenbälge fast ausschließlich bei Geländesportmodellen und Enduros eingebaut. Faltenbälge sind robust und nicht besonders verschleißanfällig. Allerdings können sie durch den Kontakt mit spitzen Gegenständen beschädigt werden und sollten daher von Zeit zu Zeit auf ihre Dichtigkeit überprüft werden.


Federbein

Federbein

Ein Federbein besteht im Wesentlichen aus zwei Komponenten. Zum Einen aus der eigentlichen Feder, zum Anderen aus dem Stoßdämpfer. Die Feder gleicht Fahrbahnunebenheiten aus, der Stoßdämpfer bremst die Feder und verhindert so das Aufschaukeln des Fahrwerkes.

 

Je nach Ausführung wurden sowohl bei Simson als auch bei MZ, teilweise verstellbare Federbeine eingebaut. So kann der Fahrer je nach Beladung die Vorspannung der Federn stufenweise verstellen und so die Straßenlage an die Zuladung angleichen.


FederkrümmerFederkrümmer

Bei Federkrümmern handelt es sich um einen Teil einer innovativen Auspuffbefestigung, mit der Simson Mopeds und Roller nachgerüstet werden können. Der Einsatz von Federkrümmern ist eine Möglichkeit, ein bei zahlreichen Simson-Modellen auftretendes Problem zu beheben: Vor allem bei Rollern älteren Datums ist der Auspuff mit einer Zweipunktbefestigung fest am Motor verschraubt. Da der (selbst auf weichen Gummilagern ruhende) Motor sich bei laufender Fahrt um mehrere Zentimeter bewegt, wird auch der Auspuff in Schwingung gesetzt, kann sich aber aufgrund der starren Zweipunktbefestigung nicht frei genug mitbewegen. Dies hat zur Folge, dass die einzelnen Bauteile der Auspuffaufhängung stark „mitarbeiten“.
Insbesondere die Krümmermutter lockert sich unter dem Einfluss der permanenten Vibration und muss regelmäßig (nach Erfahrungsberichten alle wenigen hundert Kilometer) nachgezogen werden. Wird der Auspuff dagegen mit Federkrümmern befestigt, wird die vom Motor ausgehende Vibration erheblich gedämpft und zugleich dafür gesorgt, dass der Auspuff frei mitschwingen kann.
Federkrümmer werden mit der einen Seite in den Kugelflansch eingehängt und auf der anderen in die für die Dämpfungsgummis am Zylinder vorgesehen Löcher. Federkrümmer sind Verschleißteile und sollten regelmäßig gewartet und bei Bedarf ausgetauscht werden. Sie werden in der Regel im Set mit allen für den Umbau benötigten Bauteilen geliefert.


FelgenbandFelgenband

Das Felgenband schützt den Schlauch vor Beschädigungen durch die scharfen Kanten der Speichennippel im Inneren der Felge.

Bei den Moppeds von Simson und MZ sind in der Regel Speichenräder verbaut. Dabei sind die Nippel mit einem Innengewinde und einem Schlitz am oberen Ende versehen. Ohne Felgenband würde sich der Schlauch an den scharfen Kanten der Speichennippel wesentlich schneller durchscheuern als gewünscht. Das klassische Felgenband ist ein schmaler Streifen Gummi, mit einem eingestanzten Loch für das Ventil. Die Enden sind verklebt und das Felgenband hält sich allein durch die Spannung des Gummis in seiner Position.

Mit modernen, selbstklebenden Felgenbändern ist es sogar möglich einen schlauchlosen Reifen auf einem Speichenrad zu nutzen.


FestradFestrad

Der Bergriff Festrad wird in der Getriebetechnik verwendet. Für jeden Gang in einem sequentiellen Getriebe sind zwischen Antriebswelle und Abtriebswelle mehrere Zahnradpaare für die Kraftübertragung zuständig. Als Festrad wird immer das Zahnrad bezeichnet, das fest mit der entsprechenden Welle verbunden ist. Sein Gegenstück, das Losrad wird durch die Schaltklaue in die gewünschte Position geschoben, es ist also nicht kraftschlüssig mit der Schaltwelle verbunden, sondern lässt sich auf der Achse verschieben. Zu jedem Gang gehören mindestens ein Festrad und ein Losrad auf den zugehörigen Wellen. Kompliziert wird die ganze Geschichte immer dann, wenn das Losrad auf seiner eigenen Welle als Festrad sitzt. Bei Bestellungen sollte man daher immer genau auf die Verzahnungen und die genauen Bestellnummern achten. Je nach Betrachtungswinkel kann das Losrad einer Ganges auf seiner eigenen Achse auch ein Festrad sein.


FlanschdichtungFlanschdichtung

auch: Isolierflansch

Die Flanschdichtung sitzt zwischen dem Vergaser und dem Ansaugflansch am Zylinder. (bei Viertaktern am Zylinderkopf). Ihre vorrangige Aufgabe ist die Abdichtung des Ansaugtraktes. Besonders bei älteren Modellen soll sie auch den Vergaser vor der hohen Temperatur des Motors isolieren. Daher stammt auch die Bezeichnung Isolierflansch.
Ist die Flanschdichtung verschlissen, zieht der Motor Nebenluft. Das Gemisch wird zu mager und der Motor überhitzt. Wer also ein deutlich zu helles Kerzenbild hat, sollte bei laufendem Motor Bremsenreiniger oder Starthilfespray auf den Ansaugkanal sprühen. Dreht der Motor dabei höher, zieht er Nebenluft.
Vorsicht ist bei gedrosselten Moppeds! Hier ist eine andere Flanschdichtung mit geringerem Durchlass Teil des Drosselkits. Ein Tausch gegen das Originalteil könnte Führerscheinprobleme nach sich ziehen.


Gabelbrücke

siehe Lenkerbrille


GabelölGabelöl

Gabelöl ist ein Hydrauliköl, welches für die schwingungsdämpfende Funktion einer Teleskopgabel verwendet wird. Das Gabelöl strömt durch die Bohrungen des Dämpferkolbens, bremst damit die Bewegung von Tauchrohr und Standrohr und verhindert so das Aufschaukeln der Federung.
Mittels verschiedener Viskositäten kann man die Dämpfungseigenschaften der Gabel beeinflussen. Dabei gilt, je kleiner die Zahl der Viskositätsangabe um so dünnflüssiger ist das Öl und um so weicher wird die Dämpfung. Öl arbeitet temperaturabhängig. In den Wintermonaten wird daher ein möglichst dünnes Öl empfohlen, sonst wird die Gabel bei Minusgraden zu hart. Das gleiche Öl kann im Hochsommer für sportliche Fahrer aber schon zu weich sein, was zu einer schwammigen Vorderraddämpfung führt. Wenn das Gabelöl gewechselt wird, ist sehr genau auf die vorgeschriebene Menge zu achten. Generell wird das Gabelöl immer bei beiden Gabelholmen gleichzeitig gewechselt.


GaszugGaszug

Als Gaszug oder auch Gasseil wird der Bowdenzug bezeichnet, der den Gasdrehgriff mit dem Schieber im Vergaser verbindet. Durch Drehen am Gasgriff hebt sich so der Vergaserschieber, die Luftmenge im Ansaugkanal erhöht sich, mehr Benzin wird angesaugt und das Moped beschleunigt. Der Gaszug hält bei guter Pflege sehr lange, zählt aber dennoch zu den Verschleißteilen. Der Gaszug muss regelmäßig gefettet und auf Beschädigungen überprüft werden. Ein schwergängiges Gasseil kann nicht gefühlvoll bedient werden und stellt, wenn es gar klemmt und nicht mehr in Ruhestellung geht, eine erhebliche Gefahr dar.


GepäckträgerGepäckträger

Die originalen Heckgepäckträger der Mopeds von Simson und MZ dienten in der Praxis vermutlich wesentlich häufiger als Haltebügel für den Sozius als tatsächlich zum Transport von Gepäck. Dafür waren sie zu schmal, und der Haltegummi wirkte nur in eine Richtung. Verluste waren quasi vorprogrammiert. Wesentlich beliebter und auch funktioneller waren die Seitengepäckträger. Damit konnte auch schweres Gepäck sicher transportiert werden, ohne den Masseschwerpunkt zu weit nach oben zu verlagern und das Krad instabil werden lassen.


GetriebeGetriebe

Beim Getriebe handelt es sich um ein Maschinenelement, welches Bewegungsgrößen ändert. Wegen dieser Funktion wird das Getriebe auch als Umformerelement bezeichnet. Das Getriebe ist in der Regel zwischem dem (antreibenden) Motor und einer (getriebenen) Arbeitsmaschine oder – wie bei motorisierten Zweirädern – einem Maschinenteil platziert. Sowohl mit dem Motor als auch mit dem Maschinenteil sind Zweiradgetriebe mit einer Kupplung verbunden. Es gibt mehrere Arten von Getrieben, wobei Getriebe, die ausschließlich aus festen Bauteilen bestehen, als mechanische Getriebe bezeichnet werden. Mechanische Getriebe werden nach der Art der Kraftübertragung weiter eingeteilt. Dabei sind Getriebe mit Zahnrädern besonders weit verbreitet. Sie wurden auch in den meisten Zweirädern von Simson und MZ verbaut. Die Übertragung des Drehmoments erfolgt bei Zahnradgetrieben dadurch, dass sich die Räder des Getriebes zusammen mit den Wellen und Achsen, auf denen sie befestigt bzw. gelagert sind, bewegen. Dabei ist der Abstand zwischen zwei Zahnrädern immer so bemessen, dass ihre Zähne ineinandergreifen können, um die Drehbewegung vom einen auf das andere Rad zu übertragen. Durch unterschiedliche Größen der Zahnräder kann die Drehzahl geändert und dadurch das Drehmoment erhöht oder vermindert werden. Getriebe von Simson- und MZ-Zweirädern werden mit Getriebeöl geschmiert und sollten regelmäßig gewartet werden.


GetriebeölGetriebeöl

Da bei Zweitaktmotoren Kolben und Zylinder über das Gemisch geschmiert werden, kann im Getriebe ein passendes Getriebeöl verwendet werden um die Zahnräder, Lager und Gleitringdichtungen entsprechend zu schmieren. Für die Motoren von Simson und MZ wird ein Getriebeöl GL80W bzw. GL-3 empfohlen. Laut Betriebsanleitung muss das Getriebeöl alle 8000 km gewechselt werden. Wer weniger fährt sollte das Öl jährlich, oder wenigstens alle zwei Jahre wechseln.


GrundplatteGrundplatte

Die Grundplatte ist bei motorisierten Zweirädern ein Bestandteil der Zündanlage und der Lichtmaschine. Sie ist auch in Simson Mopeds und MZ Motorrädern verbaut. Es handelt sich bei ihr um eine runde Metallplatte, auf der eine Reihe von Bauteilen der Zündungsanlage angebracht sind: Zwei Lichtspulen (je eine für den Frontscheinwerfer und für das Rück- und Bremslicht), die Zündspule und die Batterieladung. Je nachdem, ob das motorisierte Zweirad eine Unterbrecherzündung oder eine elektronische Zündung besitzt, befinden sich auf der Grundplatte noch weitere Bauteile. Bei einem Zweirad mit Unterbrecherzündung sind das der Unterbrecher und der Kondensator, bei einem Zweirad mit elektronischer Zündung die sogenannte Geberspule. Über der Grundplatte befindet sich das Polrad, das über eine Scheibenfeder (den sogenannten "Halbmondkeil") mit der Kurbelwelle verbunden ist und ein Magnetfeld erzeugt, sobald es über die Kurbelwelle in Bewegung gesetzt wird – wodurch wiederum in den auf der Grundplatte befestigten Spulen elektrischer Strom erzeugt wird.
Grundplatten sind weitgehend wartungsfrei, allerdings sollte im Rahmen der regelmäßigen Wartung der Zündanlage der feste Sitz aller auf der Grundplatte befestigten Bauteile überprüft werden.


Gehäusemittelteil HerzkastenHerzkasten

auch: Luftfilterkasten, Batteriekasten, Gehäusemittelteil

Als Herzkasten wird bei Simson Mopeds das Mittelteil des Luftfiltergehäuses bezeichnet – ein Name, den dieses Bauteil seiner charakteristischen, an ein Herz erinnernden äußeren Form verdankt. Weitere geläufige Bezeichnungen sind Luftfilterkasten, Batteriekasten und Gehäusemittelteil.
Der Luftfilter von Simson Mopeds, zu dessen Gehäuse der Herzkasten gehört, hat die Aufgabe, die Luft von Kleinstpartikeln zu reinigen, bevor sie den Vergaser beziehungsweise die Zylinder erreicht. Im Herzkasten befindet sich der Luftfilterkasten, eine Vorrichtung zur Aufnahme der Luftfilterpatrone, der mit einem Abdeckblech geschützt ist. Herzkästen für Simson Mopeds sind aus Kunststoff gefertigt und unterscheiden sich je nach dem Fahrzeugtyp, für den sie hergestellt wurden, leicht in der Größe. Sie werden beidseitig mit einem Seitendeckel verschlossen.
Herzkästen sind weitgehend pflege- und wartungsfrei. Allerdings muss die im Herzkasten befindliche Luftfilterpatrone von Zeit zu Zeit gewechselt werden. Bei dieser Gelegenheit sollten die zahlreichen am Herzkasten befestigten Kleinteile (wie Ansaugmuffe, Batteriehalter und Lochabdeckung) auf ihren festen Sitz überprüft werden.


HitzeschutzHitzeschutz

Als Hitzeschutz werden bei motorisierten Zweirädern Bauteile bezeichnet, mit denen das Auspuffrohr ummantelt wird. Sie kommen auch bei Zweirädern von Simson und MZ zum Einsatz. Da das Auspuffrohr von Motorrädern und Mopeds in der Regel frei liegt, stellt es eine Gefährdung für den Fahrer dar. Damit beim versehentlichen direkten Kontakt mit dem Rohr keine Verbrennungen entstehen, wird dieses mit einem Hitzeschutz versehen. Dabei handelt es sich um ein halbrundes Stahlblech, das um die nach außen weisende Seite des Auspuffrohrs gelegt wird. In das Stahlblech sind Öffnungen gestanzt, so dass sich die dem Auspuffrohr entströmende Hitze nicht staut und das Rohr durch den Fahrtwind gekühlt wird.

Der Hitzeschutz wird mit speziellen Befestigungsklemmen vorne und hinten am Auspuffrohr befestigt. Bei der Wartung und Pflege des Hitzeschutzes ist zu berücksichtigen, dass er wegen seiner exponierten Position in besonderem Maße aufspritzendem Split (ganzjährig) oder Streusalz (im Winter) ausgesetzt ist, was ihn besonders beschädigungs- und damit auch korrosionsanfällig macht. Um die Sicherheit des Fahrers zu gewährleisten, sollte der feste Sitz der Befestigungsklemmen des Hitzeschutzes regelmäßig überprüft werden.


Isolierflansch

siehe Flanschdichtung


KederKeder

Im Fahrzeugbau – und damit auch bei motorisierten Zweirädern wie Mopeds von Simson und Motorrädern von MZ – wird als "Keder" die mit diesem nicht fest verbundene Randverstärkung eines anderen Gegenstandes bezeichnet. Keder werden meist aus Gummi hergestellt und umgangssprachlich daher auch "Gummi-Keder" genannt. Sie haben die verwandten Funktionen, einen ummantelten Gegenstand – etwa aus Kunststoff, Metall oder Glas – sanft auf einen anderen Gegenstand auftreffen zu lassen und den Raum zwischen ihnen abzudichten. Keder werden daher unter anderem auch für Dichtungen verwendet. Bei motorisierten Zweirädern werden Keder etwa bei Lampengehäusen, Scheuerleisten, Knieblechen und Motortunneln eingesetzt.
Keder sind Verschleißteile und können im Laufe der Zeit porös werden. Sie sollten daher auch bei Mopeds von Simson und Motorrädern von MZ regelmäßig überprüft und bei Bedarf ausgetauscht werden.


AntriebsketteKette / Antriebskette

Eine Antriebskette ist das sogenannte Zugmittel in einem Zugmittelgetriebe – also einem Getriebe, das der Übertragung des Drehmoments von einer Welle (beziehungsweise dem mit ihm verbundenen Zahnrad) auf eine andere dient. Anders als bei einem Zahnradgetriebe, bei dem die Zahnräder direkt ineinandergreifen, sind sie bei einem Zugmittelgetriebe in einiger Entfernung voneinander platziert. Diese Entfernung wird durch die Antriebskette überbrückt, die beide Zahnräder umschlingt und dadurch das Drehmoment der angetriebenen Welle auf die nicht angetriebene Welle überträgt.
Antriebsketten werden auch bei motorisierten Zweirädern wie MZ Motorrädern und Simson Mopeds eingesetzt. Zu den Vorteilen von Antriebsketten gehören ihre vergleichsweise geringen Herstellungskosten und ihr hoher Wirkungsgrad. Allerdings besitzen Antriebsketten auch einen erhöhten Pflege- und Wartungsbedarf, wobei insbesondere auf eine ausreichende Schmierung und die richtige Kettenspannung zu achten ist. Bei guter Pflege kann die Antriebskette eines Motorrads oder Mopeds bis zu 30.000 Kilometer halten, bei mangelhafter Pflege ist sie jedoch bereits nach wenigen tausend Kilometern verschlissen.


KettenkastenKettenkasten

auch: Kettenschutzkasten

Als Kettenkasten wird bei den Modellen von Simson und MZ der hintere Teil der gekapselten Antiebskettenführung bezeichnet. Der Kettenkasten, meist zweiteilig, umschließt das radseitige Kettenritzel und schützt die Kette vor Schmutz und Feuchtigkeit.
Sowohl bei den frühen Modellen von Simson, als auch bei den ersten Modellen von MZ, waren die Kettenkästen aus Aluminium - Spritzguss. Bei späteren Modellen dann aus schwarzem Hartplastik.
Der Kettenkasten ist Teil der gekapselten Kettenführung bei fast allen Simson und MZ Modellen. Die Kette läuft vom motorseitigen Kettenritzel durch einen Kettenschlauch in den Kettenkasten und wieder zurück. So bleibt die Antriebskette weitestgehend vor Umwelteinflüssen geschützt und hält entsprechend lange.
Im Gegensatz zu den Simsons erfüllt der Kettenkasten bei MZ noch eine zusätzliche Funktion. Er dient auch als Aufnahme für den Antrieb der Tachowelle.


Kettenrad-MitnehmerKettenrad-Mitnehmer

Als Kettenrad-Mitnehmer wird dasjenige der beiden Zahnräder von Zweirädern mit Kettenantrieb bezeichnet, auf welches die Kraft übertragen wird. Es handelt sich bei ihm also um das getriebene Zahnrad der Zahnradpaarung. Sein Gegenstück ist das Antriebsrad (bei motorisierten Zweirädern auch kleines Kettenrad genannt), das die Kraft über die Antriebskette auf den Kettenrad-Mitnehmer überträgt. Die DIN-Bezeichnung „Ritzel“ hat sich bei Zweirädern in der Umgangssprache nicht durchgesetzt. Kettenrad-Mitnehmer sind auch bei MZ-Motorrädern und Simson-Mopeds verbaut, die über einen Kettenantrieb verfügen.
Da die meisten motorisierten Zweiräder mit einem Hinterradantrieb ausgestattet sind, befindet sich der Kettenrad-Mitnehmer in der Regel am Hinterrad und wird deshalb auch „hinterer Kettenrad-Mitnehmer“ genannt. Er wird auf die Nabe geschoben, die wiederum mit der Welle des Hinterrads verbunden ist. Für die Pflege von Kettenrad-Mitnehmern ist entscheidend, dass die Antriebskette immer gut geschmiert ist, da die Zähne des Kettenrad-Mitnehmers sonst rasch verschleißen. Der Kettenrad-Mitnehmer sollte ausgewechselt werden, sobald seine Zähne stumpf werden.


Kettenschlauch KettenschutzschlauchKettenschlauch

auch: Kettenschutzschlauch

Die beiden Kettenschläuche verbinden den Kettenkasten mit dem Motorgehäuse und bilden so ein gekapseltes System für die Antriebskette.
Der Kettenschlauch besteht aus Gummi. Ein Faltenbalg am Ende sorgt für die nötige Flexibilität in der Länge. So wird beim Nachspannen der Kette der immer größer werdende Abstand zwischen Motorgehäuse und Kettenkasten ausgeglichen.
Die gekapselte Führung schützt die Antriebskette vor Schmutz und Nässe, was ihre Lebensdauer erheblich verlängert. Allerdings verleitet die Kapselung oft dazu, die Kettenpflege zu vernachlässigen. Gebrochene Rollen sieht man nicht. Den Zustand der Kette kann man nur nach der Demontage vom Motorgehäusedeckel begutachten.
Besonderes Augenmerk sollte auf die Faltenbälge gelegt werden. Mit zunehmendem Alter versprödet das Material und Risse entstehen. Dringt dort dann Feuchtigkeit ein, kann sie nicht mehr verdunsten und sammelt sich im Kettenkasten.


KickstarterwelleKickstarter / Kickstarterwelle

Beim Kickstarter handelt es sich um einen ausklappbaren Hebel, der dazu dient, den Motor auf die zum Anlassen erforderliche Drehzahl zu bringen. Dazu befindet sich am Ende des Kickstarters ein Fußhebel ("Pedal"), das mit einigen kräftigen Fußtritten bedient wird. An seinem dem Pedal gegenüberliegende Ende ist der Kickstarter mit der Kickstarterwelle verbunden. Sie überträgt die bei der Bedienung des Kickstarters freigesetzte Kraft durch Übersetzung entweder auf die Kurbelwelle (beim Primärkickstarter) oder auf die sogenannte Getriebevorlegewelle (beim Sekundärkickstarter). Der Anlasser ist dann betätigt, wenn die Motorkolben soweit bewegt wurden, dass sie den oberen Totpunkt überschreiteten, also die höchste Stellung, die sie im Zylinder erreichen können, da dann die Zündung ausgelöst wird.
Insbesondere bei einigen größeren Einzylinder-Viertaktmotoren – darunter auch den MZ-Modellen, die einen Rotax-Motor besitzen – bedarf es großer Kraft, um den Kolben so weit zu bewegen. Kickstarter wurden auch bei Mokicks von Simson sowie bei einigen älteren MZ-Motorrädern verbaut – bei jüngeren Motorrad-Modellen setzten sich dagegen elektrische Anlasser durch.


Ritzel, kleines KettenradKleines Kettenrad

auch: Antriebsrad, Ritzel

Als kleines Kettenrad wird das angetriebene (motorseitige) der beiden Zahnräder bei Zweirädern mit Kettenantrieb bezeichnet. Der fachsprachlich korrekte Begriff für dieses Bauteil lautet nach DIN „Ritzel“, allerdings hat sich diese Bezeichnung bei motorisierten Zweirädern in der Alltagssprache nicht durchgesetzt. Das kleine Kettenrad ist über eine Nabe mit der Welle verbunden und überträgt deren Drehmoment über die Antriebskette auf das getriebene Zahnrad, das sich bei Motorrädern und Mopeds in der Regel am Hinterrad befindet. Das kleine Kettenrad wird auch dann so bezeichnet, wenn es tatsächlich einen größeren Durchmesser besitzt als das getriebene Zahnrad. Auch MZ Motorräder und Simson Mopeds, die mit einen Kettenantrieb ausgestattet sind, verfügen über kleine Kettenräder. Bei ihrer Pflege und Wartung ist insbesondere darauf zu achten, dass die Antriebskette immer ausreichend geschmiert ist, da sonst auch das kleine Kettenrad schneller verschleißt. Das kleine Kettenrad ist auszutauschen, sobald seine Zähne stumpf zu werden beginnen, da die Antriebskette sonst ihren festen Sitz zu verlieren droht.


KleinkraftradKleinkraftrad

Unter dem Begriff „Kleinkraftrad“ werden motorisierte Zweiräder und Dreiräder zusammengefasst, die folgende Eigenschaften haben: Sie sind Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von maximal 45 km/h und einem Hubraum von bis zu 50 cm³ oder mit einer Motorleistung von bis zu 4 kW bei Elektromotoren.

Die Bezeichnung "Kleinkraftrad" wurde erstmals 1953 eingeführt. Seitdem haben sich die gesetzlichen Vorgaben mehrfach geändert. Heute werden Kleinkrafträder in den EG-Fahrzeugklassen L1e und L2e europaweit einheitlich bestimmt. Bauarten, die zu den Kleinkrafträdern gerechnet werden, sind bei motorisierten Zweirädern Fahrräder mit Hilfsmotor, Mofas, Leichtmofas, Mopeds, Mokicks und Motorroller. Dreirädrige Kleinkrafträder sind vor allem Kleintransporter wie zum Beispiel die Ape und das Microcar sowie Krankenfahrzeuge wie etwa das Simson Duo.

Für das Führen von Kleinkrafträdern ist eine Fahrerlaubnis der EU-Führerscheinklasse AM erforderlich, die generell ab 16 Jahren, in den Bundesländern Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt im Rahmen eines Modellversuchs auch schon ab 15 Jahren erworben werden kann. Das Befahren von Autobahnen ist Kleinkrafträdern verwehrt, da dafür eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von mindestens 60 km/h erforderlich ist. Auch Simson stellte Kleinkrafträder her. Bis heute ist die Simson S50/51 das meistgebaute Kleinkraftrad Deutschlands.


KnieblechKnieblech

Als Knieblech wird bei motorisierten Zweirädern von Simson und MZ ein Schutzblech bezeichnet, das im vorderen Fahrzeugbereich im rechten Winkel zur Fahrzeugachse am Rahmen verschraubt ist. Kniebleche setzen unterhalb des Tanks an und decken den Motor und den Krümmer ab. Sie sind so breit, dass sie die im Sitzen leicht abgespreizten Knie des Fahrers nach vorne abschirmen. Kniebleche werden am Rahmen verschraubt. Je nach Fahrzeugtyp können die Kniebleche aus einem zusammenhängenden oder zwei einzelnen Blechen bestehen und unterschiedlich große Aussparungen für den Tank und den Krümmer besitzen.
Kniebleche haben die Funktion, sowohl den Fahrer als auch den Fahrzeugmotor gegen aufspritzende Feuchtigkeit, vor allem aber gegen Splitt (kleine Bruchsteine) und andere Kleinstgegenstände zu schützen, die den Motor beschädigen und den Fahrer verletzten könnten. Durch das Auftreffen von Splitt und anderen harten Gegenständen kann das Knieblech beschädigt werden. Es kann daher erforderlich sein, es von Zeit zu Zeit neu zu lackieren oder auszubeulen.


KondensatorKondensator

Bei einem Kondensator handelt es sich um ein (passives) elektrisches Bauteil, das im Wechselstromkreis als Wechselstromwiderstand dient. Ein Kondensator besteht, vereinfacht dargestellt, aus zwei Flächen, die elektrisch leitfähig sind (den Elektroden), zwischen denen sich ein isolierendes Material (das Dielektrikum) befindet.

Bei motorisierten Zweirädern mit Unterbrecherzündung ist der Kondensator zusammen mit dem Unterbrecher auf der Grundplatte verbaut. Während der Unterbrecher die Zündung zum optimalen Zündzeitpunkt ein- und sofort anschließend wieder ausschaltet, nimmt der Kondensator den Stromstoß, der durch die Selbstinduktion (das Starten des Motors ohne fremde Energiequelle) entsteht, auf und speichert seine elektrische Energie, so dass sie den Zündkontakten entzogen wird. Zudem verhindert der Kondensator die Bildung von Funken am Kontakt des Unterbrechers. Arbeitet der Kondensator nicht einwandfrei, führt dies zum Verlust der Zündspulenenergie, mit der Folge, dass der Zündzeitpunkt sich ändert. Kondensatoren sind auch in MZ Motorrädern und Simson Mopeds verbaut. Sie sind Verschleißteile und müssen regelmäßig ausgetauscht werden.


KontaktfahneKontaktfahne

Die Kontaktfahne ist am Bremsnocken befestigt, einem Bauteil der Bremsanlage von motorisierten Zweirädern. Der Bremsnocken dient dazu, die Bremsbeläge zu bedienen und dadurch den Abbremsvorgang einzuleiten bzw. zu beenden. Wenn die Bremse bedient wird, wird zugleich der Bremsnocken verschoben, so dass der Bremsbelag auf die Trommel (bei einer Trommelbremse) bzw. Scheibe (bei einer Scheibenbremse) gepresst wird und gleichzeitig die Kontaktfahne den sogenannten Kerbnagel berührt. Dieser befindet sich an der Bremslichtkontaktschraube, an der auch das zum Bremslicht führende Kabel befestigt ist, so dass eine Verbindung zum Bremslicht hergestellt wird – das daher aufleuchtet, sobald die Kontaktfahne auf den Kernagel trifft. Der feste Sitz der Kontaktfahne am Bremsnocken sollte bei Simson Mopeds und MZ Motorrädern im Rahmen der Überprüfung der Bremsanlage kontrolliert werden.


KugelflanschKugelflansch

Beim Kugelflansch handelt es sich um ein Bauteil, das zusammen mit der sogenannten Kalotte bei Simson Mopeds zur Nachrüstung der Auspuffbefestigung verwendet wird. Damit soll ein bei vielen – insbesondere älteren – Simson-Modellen auftretendes Problem behoben werden. Bei ihnen ist der Auspuff starr an den Motor geschraubt – allerdings nur an zwei Punkten. Da der Motor sich im Fahrbetrieb in seinen Gummilagern um mehrere Zentimeter bewegen kann, wird der Auspuff in starke Schwingungen versetzt, die nicht immer synchron sind, wodurch die Befestigung des Auspuffs gelockert und Störgeräusche erzeugt werden. Kalotte und Kugelflansch sorgen dafür, dass sich der Auspuff frei in alle Richtungen bewegen kann. Die Kalotte ist ein einige Zentimeter breiter Metallring, der auf den Auspuff gesetzt wird, der Kugelflansch ein schmaler Metallring, an dem zwei Federkrümmer befestigt werden, die mit ihrem anderen Ende in die Kühlrippen eingehängt werden. Die Federkrümmer sind Verschleißteile und sollten alle paar Jahre erneuert werden


KupplungskorbKupplungskorb

Der Kupplungskorb ist ein Bauteil der Kupplungen von Kraftfahrzeugen und ist auch bei den Mopeds von Simson und den Motorräder von MZ verbaut. Bei Kupplungen handelt es sich um Maschinenelemente zur Verbindung zweier Wellen. Die Verbindung macht es möglich, die Rotation (und damit das Drehmoment) der einen Welle auf die andere zu übertragen – im Falle von Kraftfahrzeugen von der vom Motor kommenden Kurbelwelle auf die zum Getriebe führende Kupplungswelle. Genauer wird das Drehmoment von dem mit der Kurbelwelle verbundenen Kupplungskorb und über die mit diesem verzahnten Kupplungsscheiben auf die Kupplungslamellen (Reibbeläge) geleitet, die wiederum mit der Kupplungswelle verbunden sind. Wird die Kupplung betätigt (eingekuppelt), werden die Kupplungsscheiben und -lamellen von einer Feder zusammengedrückt, so dass die Kraft übertragen werden kann. Beim Auskuppeln (im Leerlauf) wird die Verbindung wieder gelöst. Der Kupplungskorb verfügt über Aussparungen, in welche die Zähne der – als Zahnrad ausgeführten – Kupplungsscheiben einrasten. Bei einem in Folge von Verschleiß erforderlichen Austausch sollten Kupplungskorb und Kupplungsscheiben immer zusammen erneuert werden, da diese sich nach längerem Betrieb aneinander abgeschliffen haben.


LadeanlageLadeanlage

Die Ladeanlage ist ein Teil der Elektrik von Simson Mopeds. Sie bildet zusammen mit der sogenannten Schlusslichtdrossel eine mechanische Einheit, deren Aufgabe es ist, die Batterie bei laufendem Motor zu beladen und den Fluss des elektrischen Stroms von der Lichtspule bis zum Rücklicht zu regulieren.
Ladeanlage und Schlusslichtdrossel verhindern, dass die Glühlampe des Rücklichts durch Überspannung zerstört wird ("durchbrennt"). Sie sind erforderlich, weil die in Simson Mopeds verbauten Wechselstromlichtmaschinen die Eigenschaft haben, eine nahezu konstante, drehzahlunabhängige Spannung nur bei Nominalbelastung ("Vollgas") zu liefern. Um die Spannung konstant zu halten, enthält die Ladeanlage eine Gleichrichterdiode, mit welcher die von der Ladespule gelieferte Wechselspannung in Gleichspannung umgewandelt wird, die von der Batterie gespeichert werden kann. Bei der mit der Ladeanlage verbundenen Schlusslichtdrossel handelt es sich um eine Spule, die den Stromfluss dadurch begrenzt, dass der Wechselstromwiderstand mit steigender Frequenz (Drehzahl) zunimmt.
Im Rahmen der Fahrzeugwartung sollte in regelmäßigen Abständen auch die Ladeanlage geprüft werden. Die Prüfung umfasst im Einzelnen: Die Sperrwirkung der Gleichrichterdiode, des Ladestroms, der Batteriespannung an der Ladeanlage, der Wechselspannung vor der Ladeanlage sowie der Spannung hinter der Ladeanlage (ohne Batterieladung).


LeichtkraftradLeichtkraftrad

Als Leichtkraftrad wird ein kleines Kraftrad bezeichnet, das nach § 2 Nr. 10 der Fahrzeug-Zulassungs-Verordnung (FZV) vom 1. März 2007 einen Hubraum von mindestens 50 cm³ und höchstens 125 cm³ besitzt und dessen Nennleistung 11 kW nicht überschreitet. In Deutschland sind Leichtkrafträder zulassungs- (3 Abs. 2 Nr. 1c FZV) und damit auch steuerfrei. Sie müssen ein spezielles amtliches Kennzeichen tragen (Anlage 4 Abschnitt 1 Abs. 1 FZV) und alle zwei Jahre zur technischen Hauptuntersuchung.
Bei der Aufnahme des Leichtkraftrads in die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) im Jahr 1981 galten zunächst andere Vorgaben: Hubraum bis höchstens 80 cm³, Höchstleistung bis maximal 6000 Umdrehungen/Min., und eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h, wovon man sich sichere und leise Fahrzeuge versprach. Seit 1996 gelten die derzeitigen Grenzwerte.
Zum Führen von Leichtkrafträdern in Deutschland ist berechtigt, wer entweder eine Fahrerlaubnis der Klassen 1b oder A1 besitzt, die ab der Vollendung des 16. Lebensjahres erworben werden können, sowie Inhaber eines Führerscheins der Klassen 3 oder 4, sofern dieser vor dem 01. April 1980 erworben wurde. Leichtkrafträder wurden auch von Simson gebaut, und zwar die Typen "Sperber", S70 und S83.


Gabelbrücke LenkerbrilleLenkerbrille

auch: Gabelbrücke

Die Lenkerbrille (auch Gabelbrücke genannt) ist ein Teil der Vorderradaufhängung ("Gabel") von Zweirädern. Lenkerbrillen verbinden die beiden Beine der Gabel mit ihrem Schaft, der im Lenkkopf gelagert und drehbar ist. Der Lenkkopf ist wiederum an das Fahrgestell des Zweirads geschweißt. Ihren Namen verdanken Lenkerbrillen ihrer leicht gebogenen Form und den ausgestanzten Löchern, die unter anderem die Gabeln aufnehmen. Motorisierte Zweiräder sind in der Regel mit zwei Lenkerbrillen ausgestattet, wodurch sich die Steifigkeit der Konstruktion (also ihr Widerstand gegen elastische Verformung durch die Einwirkung von Kräften oder Drehmomenten) erhöht.

Bei Simson Mopeds und Motorrädern von MZ sind Lenkerbrillen zumeist aus Stahl gefertigt. Sie sind verschleißfest, sollten aber nach Unfällen auf Verformungen oder Risse überprüft und bei Bedarf ausgetauscht werden.


LichtmaschineLichtmaschine Simson/MZ

Als Lichtmaschine wird bei Kraftfahrzeugen – und damit auch bei motorisierten Zweirädern – ein elektrischer Generator bezeichnet, der vom Verbrennungsmotor angetrieben wird. Zur Kraftübertragung vom Motor auf die Lichtmaschine ist diese bei den meisten Zweirädern direkt mit der Kurbelwelle gekoppelt. In der Lichtmaschine wird die mechanische Energie (des Motors) in elektrische Energie umgewandelt, mit der die elektrischen Geräte des Kraftfahrzeugs versorgt werden. Dabei steht die elektrische Leistung in einem annähernd proportionalen Verhältnis zur mechanischen Leistung: Je mehr mechanische Energie also vom Motor produziert wird, desto mehr elektrische Energie wird auch erzeugt. Damit die Stromversorgung auch dann nicht unterbricht, wenn der Motor des Fahrzeugs langsam läuft oder still steht, sind Kraftfahrzeuge mit einer Batterie ausgestattet, die Energie speichert.
Die veraltet klingende Bezeichnung "Lichtmaschine" erklärt sich aus der Geschichte des Fahrzeugbaus, in dessen Anfängen der elektrische Generator ausschließlich die Funktion hatte, den Scheinwerfer des Fahrzeugs mit Strom zu versorgen. Eine alternative Bezeichnung für die Lichtmaschine ist "Dynamo".
Auch Simson Mopeds und MZ Motorräder verfügen über Lichtmaschinen. Diese sollten zusammen mit dem Motor in regelmäßigen Intervallen sowie nach längeren Fahrpausen (etwa zu Saisonbeginn) gewartet werden


LosradLosrad

Das Losrad ist ein Bauteil des Getriebes unter anderem von motorisierten Zweirädern. Es findet sowohl bei Simson Mopeds als auch bei MZ Motorrädern Verwendung. Getriebe dienen Kraftübertragung. Das Losrad ist ein Bestandteil der Schaltwalze, die zum Schalten (dem Wechsel des Ganges) in sequentiellen Getrieben eingesetzt wird. Sequentielle Getriebe sind solche Getriebe, bei denen nur in den nächstniedrigeren oder nächsthöheren Gang geschaltet werden kann, es aber nicht möglich ist, Gänge zu überspringen. Sequentielle Getriebe finden bei Motorrädern und einigen wenigen anderen Kraftfahrtzeugen Verwendung. Bei den Getrieben von Kraftfahrzeugen handelt es sich in der Regel um Zahnradgetriebe, bei denen die Kraftübertragung von der Antriebs- über die Vorlege- zur Abtriebswelle erfolgt, wobei die Wellen über Zahnräder ineinander greifen. Dabei bilden jeweils ein drehfest und ein lose mit einer Welle verbundes Gangrad ein Paar. Das drehfeste Rad wird Festrad, das lose Rad Losrad genannt.
Greift das Festrad in das Losrad, wird die Kraft von der einen auf die andere Welle übertragen. Losräder werden – wie das Getriebe insgesamt – geölt, sind ansonsten aber wartungsfrei.


LuftfilterLuftfilter

Luftfilter sind Vorrichtungen zum Abscheiden von Aerosolpartikeln aus der Luft – also von Schwebestoffen wie Sand oder Staub, die im Motor zu erheblichem Verschleiß führen können. Sie werden in Kraftfahrzeugen eingesetzt, die über einen Otto- oder Dieselmotor verfügen.
Bei Simson-Mopeds und MZ-Motorrädern sind je nach Modell unterschiedliche Filterarten (vor allem Öl- und Trockenfilter) verbaut. Luftfilter sind so konstruiert, dass sie innerhalb eines bestimmten Zeitraumes ein bestimmtes Luftvolumen transportieren. Auch deshalb sollte von einem ersatzlosen Ausbau der Luftfilter abgesehen und beim Tuning nur solche Filter verbaut werden, für die ein ähnliches Ansaugvolumen errechnet wurde wie für die Originalfilter.
Luftfilter verschmutzen im Fahrbetrieb nach und nach, wodurch sich der Widerstand gegenüber der angesaugten Luft erhöht – mit der Folge, dass sich das Benzin-Luft-Gemisch verändert, was den Lauf des Motors negativ beeinträchtigt. Luftfilter sollten daher in regelmäßigen Abständen, mindestens jedoch einmal jährlich, gereinigt werden.


LuftfilterpatroneLuftfilterpatrone

Luftfilterpatronen sind in nahezu allen Kleinkrafträdern verbaut, darunter auch den Mopeds von Simson. Sie bestehen aus einer Metallfassung, die als Filtermaterial ein Kokosfasergeflecht oder Schaumstoff enthält, das zu beiden Seiten von einem luftdurchlässigen Metallgeflecht eingefasst wird. Das Filtermaterial ist ölgetränkt. Luftfilter reinigen die angesaugte Luft von sogenannten Schwebepartikeln wie zum Beispiel Staub und Sand, da diese den Motor beschädigen könnten. Dies geschieht dadurch, dass die Schwebepartikel der durch den Filter strömenden Luft vom ölgetränkten Filtermaterial gebunden werden. Luftfilter sind so konstruiert, dass sie immer einen bestimmten Ansaugdruck erzeugen. Je länger sie in Gebrauch sind, umso stärker verschmutzen sie jedoch, wodurch der Widerstand gegenüber der angesaugten Luft steigt und der Ansaugdruck sinkt, so dass weniger Luft zum Vergaser gelangt. Dadurch verändert sich die Zusammensetzung des Benzin-Luft-Gemisches, und der Motor läuft schlechter. Luftfilterpatronen sollten daher regelmäßig gereinigt oder ausgetauscht werden.


MotorlagerMotorlager

Beim Motorlager handelt es sich um ein Bauteil, das bei den Zweirädern der ostdeutschen Hersteller MZ und Simson (aber auch bei allen anderen Kraftfahrzeugen) die Schwingungen dämpft, die bei der Fahrt duch Fahrbahnunebenheiten und den Kontakt mit Widerständen (etwa beim Auftreffen des Rades auf einen Bordstein) entstehen und vom Fahrwerk über den Rahmen auf den Motor einwirken. Technisch gesprochen ermöglichen Lager Bewegungen in bestimmten erwünschten Freiheitsgraden und verhindern sie in bestimmten unerwünschten Freiheitsgraden. Motorlager für Simson und MZ sind meist aus Metall und Gummi hergestellt. Moderne Hydrolager – also Lagerelemente, die mit einer hydraulischen Dämpfung ausgestattet sind – wurden bei ihnen noch nicht verbaut. Motorlager sind funktionsgemäß während der gesamten Fahrt den Einwirkungen starker mechanischer Kräfte ausgesetzt. Sie gehören daher zu den Verschleißteilen jedes motorisierten Zweirads und sollten außer im Rahmen der routinemäßigen Wartung auch immer dann überprüft werden, wenn vom Motor auffallend starke Vibrationen ausgehen.


RadnabeNabe

Naben sind Maschinenelemente, die bei Zweirädern auf Wellen oder Achsen geschoben werden. Während Wellen neben der Lagerung der Nabe zugleich der Übertragung der Drehbewegung und des Drehmoments dienen, haben Achsen eine reine Lagerfunktion. Ob das Zweirad über Welle-Nabe- oder Achse-Nabe-Verbindungen verfügt, richtet sich danach, ob es einen Vorderrad-, Hinterrad- oder Allradantrieb besitzt.

Zweiräder mit Hinterradantrieben beispielsweise sind vorne mit einer Achse-Nabe- und hinten mit einer Welle-Nabe-Verbindung ausgerüstet. MZ Motorräder und Simson Mopeds verfügen in der Regel über Hinterradantriebe. Naben für Zweiräder von MZ und Simson sind als einzelne Bauteile oder als Teil von Kompletträdern erhältlich, die aus Reifen, Felgen und Naben bestehen. Bei Naben für Simson Mopeds besteht zudem die Wahl zwischen Naben mit und solchen ohne vormontiertes Radlager.

Naben sind Verschleißteile, die in größeren, aber regelmäßigen Abständen (etwa einmal jährlich bzw. alle 30.000 Kilometer) gewartet und bei Bedarf ausgetauscht werden sollten. Soweit das besonders verschleißanfällige Radlager nicht auf der Nabe vormontiert ist, kann es auch gesondert ausgetauscht werden.


NormteileNormteile

Bei Normteilen handelt es sich um diejenigen Bauteile von motorisierten Zweirädern, die in einer technischen Norm definiert sind. Normen werden von mit der Aufgabe der Normung betrauten staatlichen Institutionen erlassen, in Deutschland vor allem vom Deutschen Institut für Normun (DIN). Ziel der Normung ist es, die in der Norm beschriebenen Gegenstände zu standardisieren, dadurch für eine Vielzahl von Verwendungen nutzbar zu machen, und so die Herstellungskosten zu senken. Das Gegenstück zu den Normteilen sind die Werkteile, die von einem bestimmten Hersteller zur Verwendung in seinen eigenen Produkten hergestellt werden. Normteile werden dagegen in der Regel nicht selbst produziert, sondern von Spezialherstellern erworben. Zu den typischen Normteilen, die in motorisierten Zweirädern verwendet werden, gehören unter anderem Schrauben und Muttern, Federn und Dichtungen, Kabel und Widerstände.
Auch bei Simson Mopeds und MZ Motorrädern sind zahlreiche Normteile verbaut. Eine Besonderheit ist, dass diese Normteile vor dem 3. Oktober 1990 nach den ostdeutschen Technischen Normen, Gütevorschriften und Lieferbedingungen (TGL) normiert waren, seitdem nach DIN. Der Übergang von TGL zu DIN wurde dadurch vereinfacht, dass zahlreiche TGL mit DIN-Normen übereinstimmten, um den DDR-Maschinenbaubetriebe Westexporte zu ermöglichen.


PleuelstangePleuelstange

Die Pleuelstange, häufig auch kurz als das Pleuel bezeichnet, verbindet den Kolben mit der Kurbelwelle. Im Zusammenspiel von Kolben, Pleuel und Kurbelwelle wird die lineare Auf- und Abbewegung des Kolbens in die radiale Drehbewegung der Kurbelwelle umgewandelt.

Die Pleuelstange ist am oberen und unteren Ende mit jeweils einem Pleuelauge versehen. Das untere Auge sitzt auf dem Hubzapfen der Kurbelwelle, im oberen sitzt der Kolbenbolzen. Am Pleuel selbst entsteht kein Verschleiß, aber die Lager in den Pleuelaugen nutzen sich mit der Zeit ab. Der Hobbyschrauber dürfte kaum über die notwendigen Presswerkzeuge zum Austausch der Pleuellager verfügen. Hier bleibt nur der Weg zur Fachwerkstatt. Dort werden heute bei einer Überholung üblicherweise die früher verwendeten Gleitlager aus Stahlbronze gegen moderne und langlebige Nadellager ausgetauscht.


Schwungscheibe PolradPolrad

auch: Schwungscheibe

Beim Polrad handelt es sich um ein Teil der Zündanlage und Lichtmaschine von motorisierten Zweirädern. Es befindet sich über der sogenannten Grundplatte, auf der eine Zündspule und zwei Lichtspulen (für Frontscheinwerfer und Rücklicht) befestigt sind. Das Polrad ist über eine auch "Halbmondkeil" genannte Scheibenfeder mit der Kurbelwelle verbunden.
Die Hauptfunktion des Polrads ist die Herstellung eines Magnetfeldes, durch das in den drei auf der Grundplatte befestigten Spulen Spannung erzeugt wird. Dazu sind in den Außenring des Polrads Magneten eingelassen, wobei jeweils Plus- und Minuspole im Wechsel nebeneinander angeordnet sind, so dass ein magnetisches Wechselfeld entsteht. Wird dieses an den Drähten der drei Spulen vorbeigeführt, wird in diesen eine Spannung induziert. Durch ihre Verbindung mit dem Polrad wird dabei bereits mit dem ersten Drehen der Kurbelwelle (wie es beim Antreten geschieht) das Polrad mitgedreht und eine Spannung induziert. Da bei diesem Verfahren keine fremde Energiequelle (Batterie, Akku) zum Starten benötigt wird, spricht man auch von "Selbstinduktion". Die zweite Funktion des Polrads ist die Betätigung des Unterbrechers, mit dem die Zündung zum optimalen Zündzeitpunkt ein- und danach wieder ausgeschaltet wird.
Polräder sind in Simson Mopeds und MZ Motorrädern verbaut und weitgehend pflege- und wartungsfrei. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass das Polrad nicht unrund läuft – was zum Beispiel dann passieren kann, wenn sich die Kurbelwelle verzogen hat.


PolradabzieherPolradabzieher

Der Polradabzieher ist ein relativ einfaches Spezialwerkzeug um das Polrad vom Kurbelwellenzapfen zu demontieren.
Das Polrad ist sehr schwer. Diese Masse muss beim Drehzahlwechsel mit beschleunigt und abgebremst werden. Die Hartmetallfeder in der Nut des Kurbelwellenzapfens könnte den auftretenden Kräften nicht standhalten und dient nur der passgenauen Führung. Der Kraftschluss zwischen Kurbelwelle und Polrad wird durch eine konische Presspassung hergestellt. Die Mutter dient, nach dem Anziehen lediglich der Sicherung gegen Losrütteln.
Um das Polrad wieder von der Kurbelwelle zu trennen ist ein Polradabzieher nötig. Er wird, nach lösen der Mutter, in das 26 mm Innengewinde des Polrades eingeschraubt. Eine Schraube mit konischer Spitze drückt auf das Kurbelwellenende und zieht so das Polrad vom Zapfen ab.
Auch wenn im Internet teilweise haarsträubende Alternativmethoden mit eingeklemmten Schraubendrehern, oder Erwärmen mit Brennern und leichten Hammerschlägen kursieren, gibt es zum passenden Polradabzieher keine Alternative, die ohne die Gefahr für ernsthafte Schäden an der Kurbelwelle oder deren Lagern einher geht.


PrimärspulePrimärspule

Die Primärspule ist bei einigen Simson Mopeds auf der Grundplatte verbaut. Wie diese ist sie ein Teil der Zündanlage. Die Grundplatte ist eine runde Platte aus Metall, auf der verschiedene zur Zündanlage gehörende Bauteile angebracht sind. Welche Bauteile auf der Grundplatte verbaut sind, hängt davon ab, um welches Grundplattenmodell es sich handelt. Während der Produktionsdauer der Simson Mopeds zu DDR-Zeiten wurden drei Haupttypen von Grundplatten hergestellt: Solche mit Magnetzünder, solche mit Primärzünder und solche mit Elektronikzünder. Während sich bei der klassischen Unterbrecherzündung (mit Magnetzünder) auf der Grundplatte die Zündspule, zwei Lichtspulen, der Unterbrecher und der Kondensator befinden, hat bei der Grundplatte mit Primärspule diese den Platz der Zündspule eingenommen, welche sich wiederum als externes Bauteil außerhalb der Grundplatte befindet und von der Primärspule mit Strom versorgt wird. Bei Simson Mopeds sollte die Primärspule spätestens bei der planmäßigen Wartung der gesamten Zündanlage überprüft werden.


RadlagerRadlager

Die Radlager sitzen zwischen Radnabe und Achse. Pro Rad sind immer zwei Lager verbaut. Sie sorgen dafür, dass sich das Rad leicht und spielfrei auf der Achse drehen kann. Bei allen Modellen von Simson und MZ sind hier Kugellager verbaut. Auch wenn die Radlager recht lange halten, gehören sie doch zu den Verschleißteilen.

Zum prüfen der Radlager, wird das Moped auf dem Hauptständer aufgebockt und das entsprechende Rad entlastet. Dann packt man das Rad am Reifen und versucht es quer zur Laufrichtung zu bewegen. Dabei sollte keinerlei Spiel feststellbar sein. Da die Radlager in der Nabe in einer festen Passung sitzen, ist der Austausch nicht so einfach. Erfahrene Schrauber erwärmen vorsichtig(!) die Radnabe und kühlen die neuen Radlager im Gefrierfach oder mit Kältespray. Wer hier mit roher Gewalt arbeitet, beschädigt beim Einschlagen sehr schnell die Lagerfläche der Alunabe.


RahmenRahmen

Der Rahmen bildet das Grundgerüst jedes Zweirades. Am Rahmen werden alle anderen Teile und Baugruppen befestigt. Er ist das tragende Element des Fahrzeuges. Bei den Zweirädern von Simson und MZ handelt es sich um Stahlrohrrahmen. Die 125er Simsons aus den Jahren nach der Wiedervereinigung hatten Gitterrohrrahmen. Vorn am Rahmen befindet sich der Lenkkopf. Er dient als Aufnahme für die Lenkkopflager und führt die Teleskopgabel bzw. die Vorderradschwinge. Motorhalterung und Lagerung der Hinterradschwinge sowie Aufnahme der hinteren Stoßdämpfer sind ebenfalls direkt am Rahmen zu finden.

Als zentralstes Bauteil des Fahrzeuges trägt der Rahmen auch das Typenschild und die Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN). Die FIN wird Umgangssprachlich oft auch als Rahmennummer oder Fahrgestellnummer bezeichnet. Diese Nummer ist bei Motorrädern im Fahrzeugbrief und bei Kleinkrafträdern in der Betriebserlaubnis eingetragen. Ist nach einem Unfall ein Austausch des Rahmens notwendig, muss diese Änderung unbedingt auch in den Fahrzeugpapieren eingetragen werden.


RegenerierungRegenerierung

Bei der sogenannten Regenerierung (oder Regeneration) handelt es sich um die umfassende Wartung und Pflege wichtiger Bauteile eines Kraftfahrzeuges - insbesondere des Motors, des Zylinders, der Kolben und Kurbelwellen sowie des Tanks. Regenerierungen der entsprechenden Bauteile werden auch für Zweiräder von Simson und MZ angeboten. Bei der Regenerierung wird das jeweilige Bauteil in seine einzelnen Bestandteile zerlegt, die sodann gereinigt und bei Bedarf ausgetauscht werden. Ausgewechselt werden bei einer Regenerierung nicht nur bereits verschlissene Zubehörteile, sondern auch solche Teile, mit deren Verschleiß in regelmäßigen Abständen zu rechnen ist (wie zum Beispiel Dichtungsringe).
Regenerierungen werden meist in Leistungspaketen zu einem Festpreis angeboten. Leistungen, die das jeweilige Angebot übersteigen, werden dabei in der Regel gesondert berechnet - etwa dann, wenn der Reinigungsaufwand besonders hoch ist oder wenn zuvor unentdeckte größere Schäden erst bei der Regenerierung festgestellt werden. Durch eine Regenerierung kann die Lebensdauer von Motoren und Zylindern, Kolben und Kurbelwellen sowie der Tanks älterer Zweiräder erheblich verlängert und ihre Leistungsfähigkeit gesteigert werden.


SchaltklaueSchaltklaue

Die Schaltklaue sorgt in Getrieben mit Klauengetriebe für den Kraftschluss zwischen den einzelnen Zahnradpaaren des entsprechenden Ganges. Zahnräder die nicht drehfest mit der Schaltwelle verbunden sind, werden quer zur Drehrichtung verschoben. Die Schaltklauen rasten ein und sorgen so für die Kraftübertragung zwischen den Zahnradpaaren des gewählten Ganges. Optisch kann man sich die Schaltklauen auch wie die Schießscharten eines runden, mittelalterlichen Wachturmes vorstellen, die seitlich am Zahnrad angebracht sind und in ein passendes Gegenstück eingreifen.
Der Begriff Schaltklaue wird aber umgangssprachlich gern auch für diverse andere Bauteile der Schaltung verwendet, die optisch eben einer Klaue ähneln, aber eigentlich Schaltgabel, Schaltstück oder Betätigungsklaue heißen.


SchaltwelleSchaltwelle

Die Schaltwelle ist Bestandteil des Getriebes. Sie ist für den Wechsel und die Auswahl der einzelnen Gänge nötig. Die Getriebe von Simson und MZ sind sehr unterschiedlich aufgebaut.

Bei den Motorrädern von MZ ist die Schaltwelle eine gerade, glatte Welle. Am äußeren Ende sitzt auf einer Verzahnung der Fußschalthebel. Innen im Getriebe bewegt ein Schaltstück eine Kurvenwalze, über die der entsprechende Gang eingelegt und arretiert wird.

Die Kleinkrafträder von Simson sind mit einem Ziehkeilgetriebe ausgerüstet. Hier wird mittels einer genuteten Schaltwelle beim Gangwechsel ein Keil bewegt und das entsprechende Zahnrad verriegelt. Hier sitzt der Fußschalthebel nicht direkt auf der Schaltwelle. Über eine Mechanik im Kupplungsgehäuse wird die Bewegung des Schalthebels auf die Schaltwelle übertragen.


SchaltwippeSchaltwippe

Bei Zweirädern bezeichnet man als Schaltwippe eine besondere Form des Fußschalthebels. Bei Modellen mit normalen Fußrasten findet man nahezu keine Schaltwippen. Zum Einlegen eines höheren Ganges wird dort der Fuß einfach unter den Schalthebel bewegt und über eine Bewegung im Fußgelenk drückt der Spann den Schalthebel nach oben. Diese Fußbewegung ist aber bei Modellen mit Trittbrettern nicht möglich, dort müsste man den ganzen Fuß anheben um den Schalthebel nach oben zu bewegen. Daher wird hier der Schalthebel mit zwei Armen in Form einer Wippe verbaut.
So wird zum Hochschalten der hintere Arm der Wippe mit der Ferse bedient. Bei Simson und MZ ist die Schwalbe das einzige Modell was serienmäßig mit Schaltwippe ausgeliefert wurde.


ScheinwerferSchweinwerfer

Umgangssprachlich wird gern auch die komplette, vordere Lampe eines Zweirades als Scheinwerfer bezeichnet. Der eigentliche Scheinwerfer wird daher auch als Scheinwerfereinsatz bezeichnet. 

 

Er besteht aus einem Reflektor und einer gläsernen Streuscheibe. Der Reflektor dient als Aufnahme für die Biluxlampe und das Standlichtbirnchen. Er bündelt das Licht. Die Streuscheibe bricht das gebündelte Licht und verteilt es. Dadurch wird eine gute Ausleuchtung der Fahrbahn gewährleistet, ohne den Gegenverkehr mehr als nötig zu blenden.


ScheinwerfergehäuseSchweinwerfergehäuse

Den Scheinwerferring gibt es in so vielen unterschiedlichen Ausführungen wie es Scheinwerfer gibt. Bei einigen Modellen, wie den Mopeds aus der Vogelserie von Simson oder den ES/2 Modellen von MZ ist der Scheinwerferring lediglich eine Plastikblende, die die Halterung des Scheinwerfereinsatzes verdeckt. Bei anderen Modellen wird der Scheinwerfereinsatz im Scheinwerferring fixiert und damit mit dem Gehäuse verbunden. Bei anderen Modellen verbindet der Scheinwerferring ähnlich wie eine gekröpfte Schlauchschelle den Scheinwerfereinsatz mit dem Lampengehäuse.


ScheinwerferringSchweinwerferring

Die Scheinwerfergehäuse bei Simson und MZ sind sehr unterschiedlich. Bei der Schwalbe z.B. ist das Scheinwerfergehäuse Teil der Verkleidung. Ähnlich verhält es sich bei den ES - Modellen von MZ und der restlichen Vogelserie von Simson (alle Modelle mit Vorderradschwinge), wo Tank und Lampe eine optische Einheit bilden.

 

Bei den Modellen mit Telegabel ist das Scheinwerfergehäuse ein Lampentopf. Je nach Modell und Baureihe ist im Scheinwerfergehäuse auch das Zündschloss und teilweise auch der Tacho untergebracht.


SchmutzfängerSchmutzfänger

Die Schmutzfänger werden an den hinteren Enden der Schutzbleche angenietet. Wie der Name schon sagt, sollen sie von den Rädern aufgewirbelten Schmutz und Nässe abfangen.
In der DDR war das Moped oft das einzige motorisierte Transportmittel. Es musste täglich und bei jedem Wetter benutzt werden. Am vorderen Schutzblech schütze der Schmutzfänger das Moped und den Fahrer. Am hinteren Kotflügel den nachfolgenden Verkehr. Die neueren Schmutzfänger sind aus relativ weichem Plastik. An älteren Modellen waren oft auch sogenannte Spritzlappen aus Gummi angebracht


SchwingenSchwinge

Die Schwinge verbindet den starren Rahmen des Motorrades mit der Achse des Hinterrades. Bei den MZ - ES Modellen arbeitet auch eine geschobene Schwinge am Vorderrad.

Die Schwinge hat eine tragende Funktion im Fahrwerk. Über die Schwinge werden im Zusammenspiel mit den Federbeinen die Fahrbahnunebenheiten ausgeglichen. Am Rahmen ist die Schwinge in der Schwingachse gelagert und lässt sich dort quer zur Fahrtrichtung hoch und runter bewegen. Im hinteren Langloch der Schwinge steckt die Radachse und die Führung der Kettenspanner.

Die Schwinge selbst unterliegt keinem Verschleiß. Selbst das Schwingenlager an der Aufhängung am Rahmen dürfte in den meisten Fällen ein Mopedleben lang halten.


Schwungscheibe

siehe Polrad


Simmering

siehe Wellendichtring


SteuerteilSteuerteil

Das Steuerteil ist Bestandteil einer elektronischen Zündanlage. Es passt den Zündzeitpunkt an die Motordrehzahl an.

Zwischen der Auslösung des Zündimpulses an der Zündspule und dem tatsächlichen Funken an der Zündkerze vergeht eine gewisse Zeit. Daher ist es notwendig den Ladestrom der Zündspule etwas eher zu unterbrechen (Zündimpuls) als der Zündfunke das Benzin - Luftgemisch im Brennraum entzünden soll. Dabei besteht folgendes Problem. Die Zeitverzögerung der Zündspule ist bauartbedingt und immer gleich. Die Drehzahl des Motors ändert sich aber. Damit "wandert" bei herkömmlichen Unterbrecherzündanlagen der Zündzeitpunkt mit. Um so höher die Drehzahl wird, um so später erfolgt die Zündung. Ab einer bestimmten Drehzahl ist keine optimale Verbrennung mehr gegeben und der Motor bringt weniger Leistung.
Bei elektronischen Zündanlagen sorgt das Steuerteil dafür, dass der Zündzeitpunkt der Motordrehzahl folgt und über das komplette Drehzahlband immer zum optimalen Zeitpunkt gezündet wird.


TeillastnadelTeillastnadel

Die Teillastnadel ist ein wichtiges Bauteil im Schiebervergaser. Sie ist im Rundschieber (bei ganz frühen AWO Modellen auch im Flachschieber) befestigt und sitzt mit ihrer konisch zulaufenden Spitze in der Hauptdüse. Im Teillastbereich, also jeder Gasstellung zwischen Leerlauf und Vollgas, wird die Teillastnadel zusammen mit dem Rundschieber angehoben und gibt durch ihre kegelartige Form einen immer größer werdenden Querschnitt in der Hauptdüse frei. So wird gewährleistet, dass je nach Gasstellung auch die erforderliche Menge Benzin vom Luftstrom im Ansaugkanal mitgerissen wird. Am oberen Ende sind in der Teillastnadel mehrere Kerben eingearbeitet, mit deren Hilfe sie im Nadelhalteplättchen eingehangen wird.
Über diese Kerben ist eine Höhenverstellung im Verhältnis zum Gasschieber möglich. So kann die Anreicherung des Benzin - Luftgemisches angepasst werden. Hängt man die Nadel höher, wird das Gemisch fetter, hängt die Nadel tiefer wird das Gemisch magerer. Die Teillastnadel ist ein Verschleißteil und arbeitet sich im laufe der Zeit in die Hauptdüse ein. Nadel und Düse sollten immer zusammen erneuert werden


Telegabel TelegabelholmTelegabel

Der fachmännisch richtige Begriff für Telegabel ist eigentlich Teleskopgabel. Zwei Teleskopartig ineinander geführte Rohre bilden ein Gabelbein. Zwei dieser Gabelbeine, die häufig auch Gabelholme genannt werden, führen das Vorderrad und fungieren gleichzeitig als Stoßdämpfer.
Jedes Gabelbein besteht aus einem Standrohr und einem Tauchrohr. Wobei das Tauchrohr oft auch als Gleitrohr bezeichnet wird. Das Standrohr ist in der Gabelbrücke befestigt. Im inneren des Standrohres befindet sich eine Schraubendruckfeder, die als Tragfeder dient, sowie das Dämpferrohr und der Dämpferkolben. Standrohr und Tauchrohr sind mittels eines Wellendichtringes (Simmerring) gegeneinander abgedichtet. Durch Auffüllen mit Gabelöl entsteht so ein hydraulischer Stoßdämpfer.
Über die Gabelbrücke und das Lenkrohr sind die beiden Gabelbeine mit dem Lenkkopf des Rahmens verbunden. Auf der oberen Gabelbrille ist der Lenker montiert und zwischen den beiden Tauchrohren trägt die Achse das Vorderrad.


TellerfederTellerfeder

Die Tellerfeder hat ihren Namen tatsächlich von der optischen Ähnlichkeit zu einem tiefen Teller. Die Federkraft ergibt sich durch die Materialstauchung im inneren Bereich. Der entscheidende Vorteil von Tellerfedern ist die geringe Bauhöhe im Vergleich zum Durchmesser. Dadurch eignen sich im Zweiradbereich Tellerfedern besonders gut als Kupplungsfedern. Die Tellerfeder presst die Kupplungsscheiben aufeinander und stellt so den Kraftschluss zwischen Kurbelwelle und Getriebe her. Durch Entlastung der Feder, beim Betätigen des Kupplungshebels, trennt die Kupplung.
Bei den MZ und AWO Gespannen, werden Tellerfedern auch am Lenkkopf zur Schwingungsdämpfung eingesetzt.


MotortrennvorrichtungTrennvorrichtung

Wenn es zur Überholung der Kurbelwelle oder des Getriebes notwendig wird bei einer Simson oder MZ * die beiden Motorenhälften voneinander zu trennen, benötigt man eine Trennvorrichtung. Das Kurbelwellenlager und das Lager der Abtriebswelle sitzen sowohl auf den Wellen, als auch im Gehäuse fest. Dadurch lassen sich auch nach dem Lösen aller Verbindungsschrauben die Gehäusehälften nicht ohne Weiteres von einander trennen. Eine Trennvorrichtung funktioniert nach dem Prinzip eines Abziehers. Mehrere Schrauben werden durch eine Druckplatte in Gewinde der Gehäusehälfte eingeschraubt. Zwei weitere Gewindelöcher sind so platziert, dass die Spitze der Druckschrauben auf den Kurbelwellenzapfen bzw. auf die Abtriebswelle drückt. Durch gleichmäßiges, schrittweises Anziehen der Druckschrauben wird die Gehäusehälfte materialschonend abgezogen. Im Internet kursieren zwar auch Anleitungen zur Trennung des Motorengehäuses ohne Spezialwerkzeug, aber meist wird dabei erheblicher Schaden angerichtet und der Motor endgültig ruiniert.

* Hier geht es um die Standartmodelle aus DDR Produktion. Die AWO´s und einige Nachwendemodelle haben andere Motoren.


TypenschildTypenschild

Das Typenschild ist eine kleine Aluminiumtafel, die am Rahmen angenietet ist und auf der einige wichtige Informationen zum Fahrzeug aufgedruckt oder eingeprägt sind. Auf den Typenschildern von Simson und MZ ist ganz oben der Hersteller aufgedruckt. Darunter sind vier Felder zu finden, auf denen die Modellbezeichnung, das Baujahr, das zulässige Gesamtgewicht und die Fahrgestellnummer vermerkt sind. Ganz unten findet sich häufig der Vermerk "Hergestellt in der DDR" oder "Made in German Democratic Republic". Je nach Hersteller und Baujahr sind unterschiedliche Texte zu finden. Auf einigen Typenschildern findet sich auch die Zahl 1 in einem Dreieck mit abgerundeten Ecken. Das ist ein Gütesiegel der DDR und entspricht "Güteklasse 1". Dieses Siegel trugen Produkte, die qualitativ dem Durchschnitt des Weltmarktes entsprachen.


UnterbrecherUnterbrecher

Beim Unterbrecher (eigentlich: Unterbrecherkontakt) handelt es sich um einen elektrischen Kontakt, der in regelmäßigen Abständen einen Stromkreis öffnet und schließt. Je nach Verwendung werden Unterbrecher in ganz unterschiedlichen Bauformen ausgeführt. Sie sind auch in motorisierten Zweiräder verbaut, darunter auch Mopeds von Simson und Motorrädern von MZ, wo der Unterbrecher sich auf der Grundplatte befindet und ein wichtiges Bauteil der Schwunglichtprimär- und Schwunglichtmagnetzündung ist. Im Zündzeitpunkt öffnet der Unterbrecher und unterbricht den Stromfluss der Primärspule, wobei er die elektrische Energie auf die Zündspule leitet. Dadurch entsteht Hochspannung, die zur Erzeugung eines Zündfunkens führt, welcher das verdichtete Kraftstoffgemisch im Zylinder entzündet. Geöffnet und geschlossen wird der Unterbrecher durch eine leichte Erhebung am Polrad.
In motorisierten Zweirädern wie Simson-Mopeds und MZ-Motorrädern verbaute Unterbrecher sind Verschleißteile und müssen daher regelmäßig ausgetauscht werden. Ein Austausch wird dann erforderlich, wenn bei geöffnetem Unterbrecher der vorgegebene Abstand zwischen den Kontaktplättchen auch durch Nachjustieren nicht mehr erreicht werden kann.


Viertaktmotor

Bei Viertaktmotoren handelt es sich um Verbrennungsmaschinen, die in Kraftfahrzeugen Verwendung finden, darunter auch den Motorrädern von MZ und den Mopeds von Simson. Vereinfacht gesagt verdichten Viertaktmotoren das Kraftstoff-Luft-Gemisch und verbrennen es dann, wobei der Verbrennungsvorgang durch eine Fremdzündung (mittels der Zündkerze) ausgelöst wird. Für den Aufbau von Viertaktmotoren ist charakteristisch, dass sie über Einlass- und Auslassventile verfügen, welche den Zustrom des unverbrannten Kraftstoff-Luft-Gemisches und das Entweichen der Abgase regulieren und eine genaue Taktung der Arbeitsvorgänge ermöglichen. Kennzeichnend für die Arbeitsweise des Viertaktmotors ist, dass ein Arbeitsspiel aus vier Kolbenhüben besteht, wobei jeder Kolbenhub einem Arbeitstakt entspricht: Ansaugen (1. Takt), Verdichten (2. Takt), Arbeiten (3. Takt) und Ausstoßen (4. Takt).

Zu den Vorteilen des Viertaktmotors gehören der aufgrund der genaueren Taktung relativ geringe Kraftstoffverbrauch sowie sein höheres Drehmoment. Bei motorisierten Zweirädern werden Viertaktmotoren nahezu ausschließlich bei größeren Maschinen mit einem Hubraum ab ca. 500 cm³ verbaut, darunter auch zahlreichen MZ-Motorrädern.


WellendichtringeWellendichtring

auch: Simmering

Umgangssprachlich werden Radial- Wellendichtringe auch als Simmerringe bezeichnet. Allerdings ist diese Bezeichnung lediglich ein eingetragenes Warenzeichen, dessen Bezeichnung auf den Erfinder Walther Simmer zurück geht.
Wellendichtringe werden überall dort eingesetzt, wo eine rotierende Welle ein Gehäuse verlässt und dieser Übergang abgedichtet werden muss. Der Wellendichtring sitzt fest im Gehäuse und seine Dichtlippen sorgen für die Abdichtung der Welle. Dabei werden die Dichtlippen von einer Schlauchfeder (Wurmfeder) auf die Wellenoberfläche gedrückt. Bei Motorrädern mit Teleskopgabel werden Wellendichtringe auch verwendet, um den oberen Schaft des Tauchrohres zum Standrohr hin abzudichten.


WeißwandreifenWeißwandreifen

Die ersten Gummireifen waren alle Weiß. Sie wurden aus natürlichem Kautschuk hergestellt und weiß ist die natürliche Farbe dieses Werkstoffes. Um die Reifen haltbarer zu machen, wurden dem Naturkautschuk im laufe der Entwicklung immer mehr Zusatzstoffe beigemischt, die für eine schwarze Färbung sorgten. Diese Zusätze waren jedoch sehr teuer und kamen daher vorerst nur an den Laufflächen der Reifen zum Einsatz. So entstanden die Weißwandreifen aus wirtschaftlichen Gründen. Zu der Zeit waren komplett schwarze Reifen wesentlich teurer und galten als edel. Heute werden Weißwandreifen nur noch aus optischen Gründen verwendet. Das Material ist gleich, es wird lediglich weiß eingefärbt.
Auch wenn weder Simson noch MZ jemals Modelle mit Weißwandreifen angeboten hat, sind sie heute bei Liebhabern sehr beliebt. Besonders bei der Schwalbe, und den ES Modellen der ersten Generation unterstreichen Weißwandreifen die Oldtimeroptik.


ZiehkeilwelleZiehkeilwelle

Bei einer Ziehkeilwelle handelt es sich um ein Bauteil bestimmter Getriebearten, die bei einigen motorisierten Zweirädern (insbesondere Leichtkrafträdern) Verwendung finden, darunter auch den Mopeds von Simson. Keilwellen zeichnen sich dadurch aus, dass bei ihnen der Formschluss zu der Nabe einer Welle-Nabe-Verbindung durch Mitnehmer mit geraden sowie parallelen Flanken erfolgt – im Gegensatz zu Zahnwellen, bei denen die Flanken der Mitnehmer evolventenförmig sind. Die Anzahl der Mitnehmer ist dabei abhängig von der Anzahl der Gänge des jeweiligen Betriebes. Bei der Ziehkeilwelle werden die Zahnrädern durch den sogenannten Ziehkeil ein- und ausgekuppelt. Er wird über ein gefrästes Fenster in die innen ausgebohrte Ziehkeilwelle eingebracht, wo er durch eine Stange bewegt wird. Je nach der Position des Ziehkeils werden die Zahnräder formschlüssig mit der Ziehkeilwelle verbunden.
Durch das permanente Ein- und Auskuppeln der Gänge, wie es im normalen Fahrtbetrieb üblich ist, verschleißen Ziehkeilwellen und müssen daher ausgetauscht werden, wenn beim Schaltvorgang zuviel "Spiel" besteht und die Gänge nicht mehr problemlos eingekuppelt werden können.


ZündanlageZündanlage

Als Zündanlage wird bei Verbrennungsmotoren die Vorrichtung zur Entflammung des Kraftstoff-Luft-Gemisches im Zylinderbrennraum bezeichnet. Zündanlagen sind bei allen Kraftfahrzeugen zu finden.
Bei den mit Ottomotoren ausgerüsteten Simson Mopeds und MZ Motorrädern erfolgt die Zündung dabei durch die Erzeugung eines Zündfunkens, der das Kraftstoff-Luft-Gemisch entflammt. Dazu gibt es – je nach Bauart und Modell – unterschiedliche Verfahren. Bei den in den Mopeds von Simson und Motorrädern von MZ verwendeten Zündanlagen handelt es sich vor allem um Magnet- und Elektronikzündungen.
Magnetzündungen benötigen zur Auslösung des Zündvorganges keinen elektrischen Energiespeicher (wie Batterie oder Akkus), denn bei ihnen wird die elektrische Energie, die zur Erzeugung des Zündfunkens benötigt wird, durch einen elektrischen Generator gewonnen, der vom Verbrennungsmotor angetrieben wird. Magnetzündungen stellten bis in die 1960er Jahre die Standardzündung bei Kraftfahrzeugen dar, sind aber seitdem nach und nach von elektronischen Zündanlagen ersetzt worden, die auch bei Simson Mopeds und MZ Motorrädern jüngerer Baujahre Verwendung fanden.
Elektronische Zündanlagen besitzen statt des in Magnetzündungen verbauten Unterbrechers ein elektronisches Steuerteil, welches den Zündzeitpunkt errechnet und die Zündung durch das Versenden eines elektronischen Signals auslöst. Die Unterbrecher von Magnetzündungen verschleißen und müssen von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden. Die elektronischen Steuerteile von elektronischen Steueranlagen sind dagegen nicht verschleißanfällig.


ZündkerzensteckerZündkerzenstecker

Der Zündkerzenstecker, umgangssprachlich auch kurz als Kerzenstecker bezeichnet, stellt die Hochspannungsverbindung zwischen dem Zündkabel und der Zündkerze her. Neben der elektrischen Verbindung über eine mechanische Federklemme hat der Zündkerzenstecker auch eine Entstörfunktion.

 

Bei Simson und MZ kommen Kerzenstecker mit 1 Kilo-Ohm Entstörwiderstand zum Einsatz. Für die Funktion ist die Entstörung zwar nicht notwendig, aber unentstörte Zündanlagen verursachen Störungen im Rundfunkempfang in der näheren Umgebung.


ZündkontaktZündkontakt

Der Zündkontakt wird oft auch Unterbrecherkontakt, Zündunterbrecher oder auch schlicht Unterbrecher genannt. Es handelt sich um einen mechanischen Schalter, der von einem Nocken ein mal pro Kurbelwellenumdrehung geöffnet wird. Der Zündkontakt unterbricht beim Öffnen die Spannung an der Primärwicklung der Zündspule und löst so den Zündfunken aus.
Der Zündkontakt sitzt auf der Unterbrecherplatte. Durch Langlöcher in dieser Platte kann die Einheit axial verdreht werden. So ist es möglich den richtigen Zündzeitpunkt einzustellen.

Der Zündkontakt ist ein Verschleißteil. Zum Einen brennt im Laufe der Zeit die elektrische Kontaktfläche ab, zum Anderen nutzt sich der Betätigungshammer auf dem Nockenring ab. Bei modernen Motoren wurde der mechanische Unterbrecher längst durch kontaktlose Hallgeber und eine elektronische Zündanlage abgelöst.


ZündlichtschalterZündlichtschalter

Die Zweiräder von Simson und MZ waren mit sogenannten Zündlichtschaltern ausgestattet. Da die zugehörigen Schlüssel Einheitsmodelle waren, dienten sie kaum dem Diebstahlschutz. Dafür war lediglich das Steckschloss im Lenkkopf zuständig.
Der Zündlichtschalter erfüllt mehrere Aufgaben. Je nach Stellung des "Zündschlüssels" ist entweder nur die Zündung an, oder die Zündung plus Standlicht oder die Zündung plus der kompletten Lichtanlage. Eine weitere Stellung schaltet lediglich das Standlicht ein, wobei der Zündschlüssel abgezogen werden kann.

Bei den Modellen der ES und TS - Serie von MZ gibt es noch eine Sonderstellung im Zündlichtschalter. Dort wird, vereinfacht ausgedrückt, der elektromechanische Regler überbrückt und der Strom der Lichtmaschine direkt der Zündanlage zugeführt. So konnten diese Modelle, im Falle einer entladenen oder defekten Batterie, recht einfach angeschoben werden.


Zündschloss

Ein wirkliches Zündschloss, wie man es vom Auto oder von westlichen Motorrädern gewohnt ist, hat es bei Simson und MZ, zumindest in der DDR, nicht gegeben. Erst bei einigen Modellen nach der "Wende" wurde ein Zündschloss verbaut, was den Namen Schloss auch verdient.
Die DDR Modelle hatten einen "Zündlichtschalter", der zwar auch mit einer Art Schlüssel bedient wurde, aber dieser "Schlüssel" war ein Einheitsmodell und konnte von Jedem für einige Pfennige gekauft werden. Ein schmaler Schraubendreher oder der Briefkastenschlüssel am Schlüsselbund hat, mit ein klein wenig "Fummelei" diese Funktion auch erfüllt.


ZündspuleZündspule

Die Zündspule arbeitet nach dem Prinzip der magnetischen Induktion und ist für die Erzeugung des Hochspannungsimpulses verantwortlich, der dann an der Zündkerze den Funken auslöst. Erreicht wird dieser Hochspannungsimpuls durch zwei unterschiedliche Wicklungen, die innerhalb der Zündspule um einen gemeinsamen Eisenkern gewickelt sind.

Die unterschiedlichen Drahtstärken und Windungszahlen der Primär- und der Sekundärwicklung sorgen dabei für die Transformation der Batteriespannung in den Hochspannungsbereich. Das Windungsverhältnis liegt dabei, je nach Zündspulentyp, zwischen 1:150 und 1:200. In der Primärspule wird die normale Betriebsspannung angelegt. Um den Eisenkern und die Primärspule baut sich dabei ein starkes Magnetfeld auf. Wird diese Spannung durch den Unterbecher oder ein elektronisches Zündmodul abgeschaltet, bricht dieses Magnetfeld zusammen und in der Sekundärspule wird durch die Feldänderung eine Hochspannung induziert, die den entscheidenden Zündfunken auslöst


ZündzeitpunktZündzeitpunkt

Als Zündzeitpunkt wird üblicherweise nicht der Zeitpunkt bezeichnet, an dem tatsächlich der Funken der Zündkerze den Verbrennungsvorgang im Brennraum startet, sondern der Zeitpunkt an dem dieser Vorgang vom Unterbrecher, oder dem Geber der Zündelektronik ausgelöst wird. Da zwischen dem Zeitpunkt der Auslösung und dem Zeitpunkt der Zündung des verdichteten Benzin -.Luft - Gemisches unabhängig von der Motordrehzahl einige Millisekunden vergehen, muss der Zündzeitpunkt kurz vor dem Erreichen des oberen Totpunktes des Kolbens eingestellt werden. Die Verzögerung in der Zündspule beträgt etwa eine Millisekunde. Die Zeit zwischen Zündung der Verbrennung und der maximalen Ausdehnung der Explosion im Brennraum, noch einmal zwei bis drei Millisekunden. Der optimale Zündzeitpunkt liegt also direkt vor dem Erreichen des oberen Totpunktes (OT). Das Gemisch ist maximal verdichtet und breitet sich nach der Überschreitung des OT mit maximaler Wirkung aus.
Der richtige Zündzeitpunkt wird entweder in ° (Grad) der Kurbelwellenstellung vor dem OT, oder in Millimeter des Kolbens vor dem OT angegeben. Der optimale Zündzeitpunkt ist je nach Modell unterschiedlich und hängt von der Nenndrehzahl und dem Zündungstyp ab.


ZugankerZuganker

In der Motorentechnik bezeichnet man als Zuganker eine relativ lange Bauform von Stehbolzen, die zur Verbindung von Motorgehäuse, Zylinder und Zylinderkopf verwendet werden. Bei den Zweirädern von Simson und MZ sind, abgesehen von den eher seltenen Viertaktern, die Zuganker lange Bolzen mit aufgewalzten Gewinden an jedem Ende. Stehbolzen werden im Motorenbau immer dann verwendet, wenn es gilt die empfindlichen Gewinde im Motorengehäuse vor Beschädigungen zu schützen. Motorengehäuse werden in der Regel aus Aulminiumguss hergestellt. Aluminium ist ein recht weiches Material. Schrauben und Bolzen dagegen, werden aus Stahl, der wesentlich härter ist. hergestellt. Zudem kommt es zwischen den unterschiedlichen Materialien gern zu Kontaktkorrosion. In der Regel wird ein Stehbolzen nur ein einziges Mal, bei der Erstmontage im Aluminiumguss eingeschraubt und muss zum Austausch der befestigten Komponenten nur an der Gegenseite gelöst werden. Würde an der gleichen Stelle eine Schraube verwendet, bestünde immer die Gefahr, das Gewinde in dem teuren Motorengehäuse zur ruinieren. Bei Arbeiten an den Zugankern ist. wie bei allen anderen Stehbolzen, sorgfältig auf das vorgeschriebene Anzugsdrehmoment zu achten.


ZweitaktmotorZweitaktmotor

Zweitaktmotoren sind Verbrennungsmaschinen, in denen ein Kraftstoff-Luft-Gemisch zunächst verdichtet und dann verbrannt wird, wobei die Verbrennung durch eine Fremdzündung (mittels der Zündkerze) eingeleitet wird. Zweitaktmotoren werden in Kraftfahrzeugen verwendet, darunter auch bei den Mopeds von Simson und Motorrädern von MZ. Der Aufbau von Zweitaktmotoren ist sehr einfach, denn sie bestehen im Wesentlichen nur aus der Kurbelwelle mit Pleuelstange und Kolben sowie dem Zylinder (mit den Einlass- und Auslassschlitzen für das Kraftstoff-Luft-Gemisch). Für die Arbeitsweise von Zweitaktmotoren ist charakteristisch, dass ein Arbeitsspiel aus zwei Kolbenhüben besteht. Bewegt sich der Kolben nach oben (1. Takt, Verdichten/Ansaugen), entsteht ein Unterdruck im Kurbelgehäuse. Über die zugleich freigegebene Mündung des Einlasskanals fließt das Kraftstoff-Luft-Gemisch in das Kurbelgehäuse. Währenddessen verdichtet der Kolben das im Arbeitszylinder befindliche Kraftstoff-Luft-Gemisch, das schließlich – in der Nähe des oberen Totpunktes – vom Zündfunken der Zündkerze entflammt wird. Durch den bei der Verbrennung des Gases entstehenden Druck wird der Kolben wieder abwärts getrieben (2. Takt, Arbeiten/Vorverdichten). Dadurch wird der Einlasskanal verschlossen und zugleich das im Kurbelgehäuse befindliche Gemisch vorverdichtet. Im Bereich des unteren Totpunktes gibt der Kolben den Auslasskanal frei, so dass die verbrannten Gase (Abgase) entweichen können. Gleichzeitig lässt er das vorverdichtete frische Kraftstoff-Luft-Gemisch über den sogenannten Oberströmkanal in den Arbeitszylinder eindringen. Zu den Vorteilen des Zweitaktmotors gehören die aufgrund seiner einfachen Konstruktion geringen Herstellungskosten, sein wegen der wenigen bewegbaren Teile geringe Verschleiß sowie die hohen Drehzahlen. Bei Kleinkrafträdern – wie etwa den Mopeds von Simson – sind Zweitaktmotoren die am weitesten verbreitete Motorenart.


ZylinderkopfZylinderkopf

Bei einzylindrigen Zweitaktern ist der Zylinderkopf kein kompliziertes Bauteil. Er bildet den oberen Teil des Brennraumes und besteht im Wesentlichen aus einem Gussteil mit Kühlrippen, vier Bohrungen für die Zuganker und einer Gewindebohrung für die Zündkerze.
Bei Viertaktmotoren dagegen sind im Zylinderkopf die Ventile und deren Antrieb untergebracht. Auch Ein- und Auslasskanal laufen beim Viertakter durch den Zylinderkopf. Obwohl die Bezeichnung gleich ist, handelt es sich bei den Zweitaktern eher um einen "simplen Deckel", bei Viertaktern jedoch um ein komplexes Bauteil mit vielen Komponenten.


ZylinderrolleZylinderrolle

Zylinderrollen sind Wälzkörper – also Rotationskörper aus einem harten Material (wie etwa Stahl), die als Elemente einer Linearwälzführung oder eines Wälzlagers die zwischen den verschiedenen Komponenten des Lagers bzw. der Führung entstehende Reibung reduzieren.
Bei Wälzlagern handelt es sich um Lager, bei denen zwischen einem Innen- und einem Außenring befindliche rollende Körper (wie zum Beispiel Zylinderrollen) den Reibungswiderstand vermindern – und damit die Funktion der Schmierung in sogenannten Gleitlagern übernehmen. Wälzlager kommen bei Wellen und Achsen zum Einsatz. Linearwälzführungen dienen dagegen der möglichst reibungsfreien Translation (Verschiebung) einer bzw. mehrerer Maschinenbaugruppen unter gleichzeitiger Einhaltung der (linearen) Bewegungsrichtung.
Bei Wälzlagern und einigen Linearwälzführungen werden die einzelnen Wälzkörper – wie zum Beispiel Zylinderrollen – durch einen sogenannten Käfig immer im gleichem Abstand voneinander gehalten. Zylinderrollen werden auch in Simson Mopeds und MZ Motorrädern verwendet, darunter unter anderem in der Kurbelwelle und in der Kipphebellagerung.


ZylinderstiftZylinderstift

Zylinderstifte sind Hilfsmittel zur Verbindung zweier Werkstücke. Sie kommen auch bei motorisierten Zweirädern zum Einsatz, darunter auch den Mopeds von Simson und den Motorrädern von MZ.
Ganz allgemein verbinden Stifte Bauteile in radialer Richtung (der Stifte) formschlüssig miteinander, indem sie durch Bohrungen gesteckt werden, welche durch alle miteinander zu verbindenden Bauteile gehen. Das Herausfallen des Stifts aus der Bohrung wird durch Kraftschluss verhindert. Zylinderstifte sind – wie der Name nahelegt – zylinderförmig und besitzen zumeist abgerundete oder gefaste (also abgeschrägte) Kanten. Stifte dieser Art werden bei lagesichernden Verbindungen eingesetzt, die äußerst selten oder nie gelöst werden müssen.
Zylinderstifte kommen bei Simson Mopeds und MZ Motorrädern in ganz unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz, zum Beispiel im Motor, Vergaser und Schwimmer.

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